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"Promi Big Brother": "Die sich ganz nach unten duschen"

Zwölf Pseudo-Prominente sind in den Big-Brother-Container eingezogen, um sich rund um die Uhr bewachen zu lassen. Michael Wendler will es mal wieder allen beweisen. Aber was eigentlich?

Von Sylvie-Sophie Schindler

Es schadet schon mal nicht, den – nackten - Tatsachen ins Auge zu sehen. "Die haben Brüste, und das kann man nicht ändern", philosophierte Quizgewinner Aaron Troschke. Zwei Grazien haben da bereits vor ihm blankgezogen. Die eine Profi-Luder, die andere Ex-Porno-Sternchen. In ihrem Drang, möglichst exhibitionistisch zu duschen, waren sie einfach nicht aufzuhalten. "Ich muss doch nicht etwa das Höschen anlassen?", sorgte sich Mia Magma noch. Beim Nackedei –Happening leider gerade nicht anwesend: Party-Blaublüter Mario-Max zu Schaumburg-Lippe. Sein Credo: " Ich mag sehr gerne Busen, die will ich auch im Haus."

Der ehemalige "Richter Gandenlos" hingegen will es nicht nur beim Gucken belassen. "Vielleicht gibt es ja die Gelegenheit, im Pool Sex zu haben", liebäugelt Ronald Schill. Wem das jetzt schon zu viel ist, zu viele Brüste, zu viele Trash-Weisheiten, zu viele Namen, die man nicht kennt, dem ist von einem weiteren Konsum der Sat.1-Show "Promi Big Brother - Das Experiment" dringend abzuraten. Allein: Wem ist ein TV-Erlebnis dieser Kategorie überhaupt anzuraten? Das Format an sich ist schon so sehr unterste Schublade, da ist einfach nichts rauszuholen.

Ob mit, ob ohne Höschen

Am Freitagabend fiel der Startschuss. Zwölf Menschen, die dem Verständnis der TV-Macher nach als prominent gelten, liefern sich bis zum 29. August täglich einer 24-stündigen Dauerüberwachung im umstrittenen Big Brother-Container aus. Wer sich ganz nach oben duscht, ob mit, ob ohne Höschen, oder es anderswie bewerkstelligt, Sieger zu werden, bekommt 100.000 Euro. Zum Spiel gehören die so genannten Challenges, die, je nach Ergebnis, Belohnungen oder Bestrafungen nach sich ziehen.

Es herrscht außerdem das Prinzip der Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die einen leben in Saus und Braus, die anderen müssen darben. Da gibt es Champagner, dort Fencheltee. "Oben regiert, unten pariert", so Moderator Jochen Schropp. Vorab hatte die Redaktion bereits die Teilnehmer in zwei Lager geteilt. Ohne weitere Begründungen. Aber die Zuschauer haben es in der Hand, kräftig durchzumischen: Sie wählen täglich einen der Teilnehmer nach unten, ins düstere Loch.

Den Anfang machte Michael Wendler. Wer dessen Vorgeschichte kennt, den dürfte das kaum verwundern. Zur Erinnerung: Beim RTL-Dschungelcamp schmiss der Popschlagersänger nach fünf Tagen bereits wieder das Handtuch und wurde ob seiner Warmduscher-Mentalität mit Spott und Häme überschüttet. Das hat wohl so etwas wie ein Trauma bei ihm hinterlassen. Seine selbst gewählte Therapie: Bei "Big Brother" zu beweisen, " dass ich auch mal was durchziehen kann". Na, warte, du Sprücheklopfer, schienen sich die Zuschauer zu denken- und verpassten ihm die erste Bewährungsprobe. Eine zu erwartende Dramaturgie. Nicht umsonst hatte die Redaktion sich entschieden, den Wendler erstmal im luxuriösen Wohnbereich einzuquartieren, damit er dann ruckzuck von dort rausgewählt und in den Keller verfrachtet werden kann. Schadenfreude inklusive. "Der Deserteur muss sterben", formulierte es Schill.

Kurz vor Nervenzusammenbruch

Claudia Effenberg hingegen hatte damit gerechnet, dass es sie selbst treffen würde. "Ich polarisiere", lautete ihre Erklärung. Doch solange der Wendler mit im Spiel ist, ist so schnell wohl nichts zu befürchten. Schill erklärte es der Ex-Spielerfrau in seinen Worten: "Wenn es den Michael nicht geben würde, wärst du unten." Claudia machte große Augen. Peng, das saß. Zum Zoff reichte es allerdings nicht. Noch ist ohnehin alles harmonisch. Und wenn es nach "Sternenhimmel"-Sänger Hubert Kah geht, dann darf das auch so bleiben: "Meine Vision ist eine friedliche." Allerdings: Ohne Spiegel, ohne Bürste, meine Güte, lange kann das nicht gutgehen. Janina Youssefian stolperte auf High Heels und im Glitzerkleid durch den Keller, gefühlte hundert Mal jammernd: "Hier gibt es nicht mal einen Spiegel."

Der Nervenzusammenbruch konnte gerade noch verhindert werden: Eine metallene Kehrschaufel diente als Spiegelersatz. Und von Mia Magma gab es den Tipp: "Man kann sich mit der Gabel kämmen." Puh, gerade nochmal gut gegangen. Küchenpsychologe Schill aber prognostizierte: "Es dauert ein paar Tage, dann kommt das Schlechteste unter den Teilnehmern zum Vorschein." Fragt sich, welcher Zuschauer leidensfähig genug ist, das abzuwarten. Auch wer auf Bekenntnisse hofft, dem sollte klar sein: Das größte Geheimnis ist bereits gelüftet. " Ich hatte mit Dieter Bohlen nichts auf dem Teppich, sondern auf dem Zuschneidetisch", verriet Janina noch.

  • Sylvie-Sophie Schindler