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"Promis unter Palmen" Alt gegen jung – die keifenden Suffnasen empören die nüchternen Moralapostel

"Promis unter Palmen"
"Promis unter Palmen": Claudia Obert, Ronald Schill und Désirée Nick haben einen guten Abend
© SAT.1
Bei "Promis unter Palmen" beweisen die älteren Teilnehmer um Claudia Obert, dass sie die Show verstanden haben. Die jüngeren, vor allem Bastian Yotta und Matthias Mangiapane, machen sich unbeliebt.

Es war die wohl entscheidende Szene in "Promis unter Palmen", die einmal mehr signalisiert hat, wer Trash-TV verstanden hat – und wer eben nicht.

Im Mittelpunkt des Geschehens, mal wieder: Désirée Nick, Ronald Schill und Claudia Obert. Letztere wird zu Beginn der Folge von ihren Mitbewohnern aufs Schärfste kritisiert. Sie würde zu viel trinken und damit die Stimmung verderben, so der Vorwurf.

"Promis unter Palmen": Die Alten zeigen es den Jungen

Das lässt sich die Obert an Abend eins nicht zwei mal sagen, schnappt sich ihr Schampus-Glas und torkelt verbotenerweise über den Strand in Richtung Meer. Die anschließende Strafe von Sat1 – sie darf nicht Teamkapitänin sein —, juckt die Boutique-Besitzerin nicht im Geringsten. Viel schlimmer ist doch, dass der selbsterklärte Moral-Profi Bastian Yotta in Oberaufseher-Manier die Pullen mit Hochprozentigem über Nacht versteckt hat. Ein Unding auch für Ronald Schill. "Das mit dem Blumen gießen hast du falsch verstanden, Yotta", maßregelt er ihn.

An Abend zwei will die Obert aber ohnehin nüchtern bleiben. Immerhin gönnt sie sich einen alkoholfreien Tag im Jahr. "Ja aber doch nicht ausgerechnet heute", mault Ronald Schill, der Claudia Obert lieber nachschenkt als sie auf dem Trockenen sitzen zu lassen. Sowieso entpuppt sich der Ex-Politiker und selbsternannte "sexsüchtige Sexist" als Pfund. Als es an der Haustür der thailändischen Villa klingelt, sagt er, im Pool treibend, er habe "Koks, Nutten und frische Erdbeeren" bestellt. "Frische Erdbeeren gab's keine. Nutten sind nicht das Problem hier", kontert die neben ihm planschende Obert.

Und weil Schill genau weiß, dass eine besoffene Obert besser ist als eine nüchterne Obert, wird aus deren alkoholfreien Tag schnell ein neues Suffgelage. Und auf einmal fasst sich auch die keifende Nick ein Herz und trinkt mit. Obwohl ihr die Obert bislang ein Dorn im Auge war. Aber the show must go on und wie gute Show geht, wissen die drei älteren Teilnehmer besser als die jungen. Sie tanzen auf den Tischen, miteinander, aufeinander, grölen und pöbeln wie in der Ü50 Dorfdisko nach dem dritten Fernet Branca. Ganz nach Claudia Oberts Motto: "Hat schon jemand eine Geschichte angefangen mit 'Wir tranken einen Tee'?"

Bastian Yotta hat es nicht verstanden

In Bastian Yottas Welt fängt wohl jede Geschichte so an. Der "schtrong, hälsy und full of änergy"-Muskelprotz kann seinen Augen nicht recht trauen. Muffelig sitzt der Hobby-Oberlehrer auf der gepolsterten Gartengarnitur und blickt bierernst rüber zu denen, die sich rausnehmen, Spaß zu haben. "Ich bin da auch von Ronald sehr enttäuscht, dass er da mitmacht. Und das als Richter", empört sich auch Matthias Mangiapane, der es immerhin aus dem Nichts ins Dschungelcamp geschafft hat, wie er selber gerne erzählt. Dass aber Richter Gnadenlos Schill nicht in seiner Rolle des Anwalts durch die Trash-TV-Shows Deutschlands tingelt, sondern eher als feixender Lustmolch, das hat ihm in seiner Karriere wohl noch niemand gesteckt.

Elena und Mike haben das Finale vom "Sommerhaus der Stars" gewonnen

Der Einzige, der sich von der ausufernden Stimmung der Suffnasen anstecken lässt, ist Tobias Wegener. Er schnappt sich kurzerhand die Obert - um sie vor dem Umfallen zu retten oder weil ihn die dröhnende Mucke motiviert hat, ist nicht klar. Wegener und Obert tanzen auf der Wiese zwischen den zwei Lagern. "Tanz mit Omma", brüllt die Nick. "Bandscheibenvorfall", schreit die nüchterne Carina Spack zurück. Es ist alles so zum Schämen, so unangenehm, es tut weh – und ist doch so gut. "Der ist ja wie lebendig begraben", urteilt die Nick anschließend über Yotta. Recht hat sie. 

Versagen im Wasser

Beim Gruppenspiel müssen sich Bastian Yotta und Janine Pink als Teamchefs durchsetzen. Die Spielregeln sind einfach: Im Wasser müssen drei Spieler mit verbundenen Augen ein Boot ziehen, in dem ein Spieler steht und seine Mitstreiter koordinieren muss. Wer sich an das legendäre Autofahr-Spiel aus dem Dschungelcamp erinnert, weiß, wie viel Potenzial dieser Wettkampf hat. Mangiapane und Pink geht im Wasser kurzerhand die Luft aus, weshalb Tobias Wegener den Wagen, in dem Désirée Nick steht, alleine ziehen muss. Dabei umschiffen die vier allerdings eines der Tore – Ergebnis zählt nicht. 

Claudia Obert, die Team Yotta im Wagen dirigiert, hat offenbar eine Links-Rechts-Schwäche und die Namen ihrer Kollegen kennt sie auch nicht. Und so leitet sie ihre drei Teammitglieder überall hin, nur nicht durch die Tore und ins Ziel – auch hier zählt das Ergebnis nicht. Am Ende entscheidet der Würfel über den Sieg und das Team vom spaßbefreiten Yotta gewinnt.

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Das ist der Anfang vom Ende. Denn Team Yotta wählt statt des hinterlistigen und genauso anstrengenden Matthias Mangiapane Désirée Nick aus der Show. Die Frau, die mit ihren bissigen Kommentaren bislang jeden Streit befeuert hat. "Diesen Lustgewinn, den solltest du bis zum Ende durchziehen. Aber dann weine nicht, wenn kurz vor dem Ziel, du wieder kollabierst. So war es ja bisher in allen Formaten", wirft die Nick dem selbstgerechten Yotta zum Schluss noch an den Kopf. 

Dass sie nun gehen muss, macht selbst ihr Lieblingsopfer Claudia Obert irgendwie traurig. Denn sie weiß genau, was sie an der Nick hatte. Eine Mitbewohnerin, die ihr zwar die größte Konkurrenz war und doch gleichzeitig eine wichtige Gegenspielerin. Und so nehmen sich die beiden am Ende doch noch in den Arm. Trash-TV können nicht alle – Nick und Obert perfektionieren es. Die richterliche Gnade ist ihnen auch sicher. Prost!


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