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"Goodbye Deutschland - die Auswanderer": "Herrliche Weiber" - Ronald Schill und sein Märchen vom brasilianischen Lebemann

Er verkauft sich als erfolgreicher Frauenheld: Ronald Schill lädt ein Kamerateam von "Goodbye Deutschland" zu sich nach Rio ein. Dort präsentiert er sein Haus und seine "herrlichen Weiber". Doch sein Leben entpuppt sich als armselig.

Ronald Schill

Ronald Schill als Zehenlutscher. Der gescheiterte Hamburger Politiker stellt sich gerne als Frauenheld dar.

MG RTL D

Er bezeichnet sich selbst als Sexisten, hält die #Metoo-Debatte für Blödsinn und sagt zu Frauen Sätze wie: "Geiler Arsch, Baby." Ronald Barnabas Schill bleibt seiner Rolle als Ekelpaket treu. Der einstige Hamburger Politstar und Innensenator, der wegen einer Erpressungsaffäre seinen Sessel im Rathaus räumen musste, lebt inzwischen im brasilianischen Rio de Janeiro. Ein Kamerateam von "Goodbye - die Auswanderer" durfte ihn dort besuchen. Schill will den Eindruck vom glücklichen Lebemann vermitteln. Doch die Wahrheit fällt trauriger aus.

lebt von 1900 Euro Rente aus seiner Zeit als Hamburger Bürgermeister. Für brasilianische Verhältnisse (zirka 1060 Euro Durchschnittseinkommen) eine stattliche Summe, aber dennoch zu wenig, um an der Copacabana mit den Schönen und Reichen auf dicke Hose zu machen. Deshalb lebt der 59-Jährige in einer Favela oberhalb der Stadt. Er hat sich dort sein eigenes Haus gekauft - eine bescheidene und einfache Unterkunft ohne jeden Luxus - und schwärmt vom Ausblick und der Sicherheit ("Die klauen nicht in ihrem eigenen Viertel") in der Elendssiedlung. Kurz gesagt: Schill redet sich das Leben schön.

Ronald Schill schwärmt von den "herrlichen Weibern"

Sein Tagesablauf sieht so aus: Er steht spät auf, steigt die 600 Stufen in die Stadt hinab, um anschließend mit dem Fahrrad den Strand entlang zu fahren. Nach seinem Fitnessprogramm macht der ehemalige Richter und Politiker, was er am liebsten tut: Das Leben mit seinen vielen Frauen genießen. "Ich bin kein Typ für eine monogame Beziehung", sagt Schill, der seine wechselnden Bekanntschaften in sein kleines Haus einlädt. In seiner Favela ist er der Don Juan.

Die Jagd nach neuen Eroberungen ist für Schill zum Lebensinhalt geworden. "Ich werde nie wieder dauerhaft nach Deutschland zurückkehren", sagt der gebürtige Hamburger. Die Gründe sind nicht das schlechtere Wetter oder sein zweifelhaftes Ansehen in Deutschland, sondern die schönen Frauen in Brasilien. "Hier gibt es noch die Faszination zwischen echten Kerlen und herrlichen Weibern." Um anzukommen, hat der Mann, der noch in diesem Jahr 60 wird, nachgeholfen. "Ich habe mir Haare verpflanzen und die Schlupflider entfernen lassen", gibt Schill zu. "Die Fresse ist renoviert worden."  Zu nützen scheint das allerdings nur bedingt, zumindest nicht bei den Frauen in Pomerode.

Der schöne Schill als armseliger Zehenlutscher

In dem brasilianischen Örtchen leben fast ausschließlich Menschen mit deutschen Wurzeln. Schill ist dorthin als Juror zu einer Miss-Wahl eingeladen. "Richter Gnadenlos", wie ihn die Presse wegen seiner harten Urteile einst nannte, darf jetzt über Bauch, Beine, Po urteilen. Mit Macho-Sprüchen flirtet sich Schill durch Jury und Teilnehmerinnen - ohne Erfolg. Wie es scheint kommt der schöne Schill bei starken und finanziell unabhängigen Frauen nur mäßig an. Seinem Ego tut das keinen Abbruch. In den Elendsvierteln warten noch genug "herrliche Weiber", die sich gerne auf Schills Dachterrasse die Zehen von ihm küssen lassen. Armselig.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo