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"Rasputin" auf Arte Depardieu mimt rauschebärtigen Russen


Seit zwei Wochen ist er Russe auf dem Papier, heute Abend flimmert Gérard Depardieu als berühmter Landsmann auf den TV-Bildschirmen: Der flüchtige Franzose spielt den Wunderheiler Rasputin.

Erst vor zwei Wochen ist Gérard Depardieu Russe geworden, weil er für seine Millionen weniger Steuern zahlen will. An diesem Freitagabend (18. Januar) stapft der ehemalige französische Publikumsliebling schon mal mit Fellmütze und Rauschebart durch die Taiga.

Der 62-Jährige spielt einen bettelarmen Mystiker, der plötzlich zum inneren Kreis des Zarenhofes gehört. "Rasputin", der mächtigste Geistliche in den letzten Jahren des Russischen Reiches, ist der Titelheld eines aufwendigen Historiendramas, das Arte an diesem Freitag um 20.15 Uhr zeigt. Es ist ein bildgewaltiges Werk mit prächtigen Kostümen und verschneiten Landschaften, mit Adeligen und Intriganten, mit bösen Bolschewiken und brummenden Kirchenchören.

Russland 1904: Der sibirische Bauer Rasputin reist als Pilger Gottes durch das Land. Er fasziniert und ängstigt die Leute zugleich. Er sagt unheilschwangere Sätze wie: "Ich sehe Dinge in den Leuten, die sie nicht sagen." Dem charismatischen Mann eilt bald ein Ruf als Wunderheiler voraus. Als die Zarin Alexandra ihn für ihren Sohn - einen Bluter - holen lässt, wird Rasputin am Hof empfangen. Mehr noch: Nach der geglückten Heilung des Jungen wird er zum engen Vertrauten der tief gläubigen Alexandra. Doch dem russischen Adel ist dieser mystische Mann von niederem Stand schon bald ein Dorn im Auge. Rasputin wird zum Sündenbock für militärische Niederlagen.

Depardieu ist dicker und manischer denn je

Arte wartet in diesem Historiendrama um die historische Figur des Geisterheilers Rasputin (1869-1916) mit weiteren Stars auf. Neben Depardieu - er sieht dicker, vierschrötiger und manischer denn je aus - sind unter anderem Fanny Ardant und Vladimir Mashkov zu sehen. Erstere ist aus vielen Filmen des Kunstkinos ("Mélo", "8 Frauen") bekannt, letzteren kennen westliche Zuschauer allenfalls als russischen Abwehragenten Sidirow und Gegenspieler von Tom Cruise in "Mission Impossible - Phantom Protokoll", der 2011 im Kino lief. In Russland hat er als Schauspieler und Regisseur Bekanntheit erlangt.

Regisseurin Josée Dayan hat sich mit anderen historischen Spielfilmen bereits einen Namen gemacht. In Frankreich ist sie für ihre Verfilmung des Abenteuerromans "Der Graf von Monte Christo" (1998) bekannt, schon damals spielte Depardieu die Hauptrolle. Die Zeitschrift "TV Digital" urteilt über den "Rasputin"-Film: "Packende Geschichtslektion". Die "TV Today" findet das Werk nicht ganz so gelungen über den Streifen: "Er vernachlässigt Rasputins dubiose Seiten und hinterlässt etliche Fragen zum Personal".

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nw/DPA DPA

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