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TV-Kritik

"Sing meinen Song": "Das endet mit einem Heiratsantrag": Mark Forster ist schwer verliebt

In der dritten Folge von "Sing meinen Song" durften sich die Künstler am Werk von Judith Holofernes abarbeiten. Die erzählte von ihren musikalischen Anfängen und ihrer Comic-Leidenschaft. Dabei entdeckte Mark Forster sein Herz für eine Mitmusikerin.

Judith Holofernes bei "Sing meinen Song"

In der dritten Show von "Sing meinen Song" drehte sich alles um das Werk von Judith Holofernes.

MG RTL D

Freude, schöner Götterfunken
Tochter, mach dein Physikum!
Wir betreten feuertrunken
Eigenheim, oh Eigentum!

Willkommen in der herrlich schrägen Welt von Judith Holofernes. Die dritte Folge von " " drehte sich um das Werk der Schöpferin dieser Verse. Sie stammen aus ihrem Solosong "Oder an die Freude", das auch Gegenstand der aktuellen Sendung war: Mark Forster gab eine sehr eigenwillige Performance dieser Nummer, indem er große Teile der Komposition wegließ und den Rest zu einem radiotauglichen Hit schraubte. 

Er sollte der einzige Künstler an diesem Abend bleiben, der sich mit dem solistischen Werk ' auseinandersetzte. Die übrigen Musiker nahmen sich Stücke aus dem Schaffen ihrer ungleich bekannteren Band Wir sind Helden vor. Johannes Strate von Revolverheld performte den größten Hit "Denkmal". Marian Gold lieferte eine inbrünstige Interpretation von "Bring mich nach Hause" ab, den Titelsong des vierten Helden-Albums. 

Rea Garvey war der Sieger des Abends

Mit viel Swing intonierte Mary Roos "Nur ein Wort", Leslie Clio brachte eine auch tänzerisch überzeugende Darbietung von "Müssen nur wollen", und sang tatsächlich auf Deutsch. Weil der Ire ausgerechnet die schnelle, zahlreiche Zungenbrecher enthaltene Debütsingle "Guten Tag" bewältigte, belohnte ihn Judith Holofernes schließlich mit dem Preis für die beste Darbietung des Abends. Garvey "hatte den größten Mut, die Komfortzone zu verlassen", so die plausible Begründung.

Doch wie so oft bei "Sing meinen Song" war die auch an diesem Abend mehr nettes Beiwerk. Am unterhaltsamsten sind die Gespräche, wenn die Künstler aus dem Nähkästchen plaudern. Judith Holofernes erzählte von ihren Anfängen als Straßenmusikerin in Freiburg, wo sie im Alter von 14 bis 19 Jahren drei Mal die Woche auftrat. Dort sammelte sie neben viel Routine auch eine Erfahrung, wie sie wohl jeder Künstler macht: "Ich hatte immer einen besoffenen Typen vor der Bühne."

Judith Holofernes und die Comics

Nebenbei erfuhr der Zuschauer, dass Holofernes ihr Kommunikationsstudium gehasst und schließlich abgebrochen hat. Dass sie ein "totaler Chaos-Typ" und ein Nerd ist - und Comics über alles liebt. Das rief Mary Roos auf den Plan, die im Laufe ihres Lebens schon viel gemacht hat, unter anderem verfasste sie Geschichten für "Fix und Foxi". Wovon so entzückt war, dass er rief: "Das endet mit einem Heiratsantrag."

Das Thema Comic entfachte bei den Anwesenden erkennbar mehr Leidenschaft als die Gespräche über Musik. Da scheint es mit dem Interesse und Wissen der Künstler nicht so weit her zu sein. Minutenlang sprachen sie über das erkennbar an Bob Dylans "Subterranean Homesick Blues" angelehnte Video zu "Nur ein Wort" - nicht einer erkannte die Referenz. "Sing meinen Song", das wird in Momenten wie diesen klar, ist eben eine Unterhaltungs-, keine Musiksendung. Was völlig okay ist.


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