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Serien-Hit aus Südkorea So reagiert das Regime aus Nordkorea auf "Squid Game"

Netflix-Serie Squid Game
Die hochverschuldeten Spieler in "Squid Game" kämpfen um einen Millionengewinn – und um ihr Leben
© Youngkyu Park / Netflix
Die südkoreanische Serie "Squid Game" zeigt, wozu Menschen fähig sind, wenn sie verzweifelt Geld brauchen. Nordkorea nutzt den Erfolg der Show für kommunistische Propaganda.

Eine Serie aus Südkorea ist derzeit in aller Munde: "Squid Game" ist offiziell erfolgreichste Netflix-Produktion aller Zeiten, teilte der Streamingdienst mit. 111 Millionen Haushalte weltweit haben sich mittlerweile die Serie angesehen. Der Erfolg ist auch dem Erzfeind aus Nordkorea nicht verborgen geblieben.

Das kommunistische Regime versucht allerdings, "Squid Game" zu Propagandazwecken zu nutzen – um den Süden in ein schlechtes Licht zu stellen und die Bevölkerung im Norden von den Vorzügen des eigenen Landes zu überzeugen. Die Serie zeige die Realität der kapitalistischen südkoreanischen Gesellschaft, in der "Korruption und unmoralische Schurken an der Tagesordnung" seien, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters die nordkoreanische Propagandaseite "Arirang Meari".

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"Squid Game": Nordkorea nutzt Kritik am Kapitalismus für Propaganda

In "Squid Game" treten 456 hochverschuldete Männer und Frauen in Kinderspielen gegeneinander an und kämpfen um einen Millionenpreis, mit dem sie ihre Schulden bezahlen könnten. Die Verlierer werden allerdings an Ort und Stelle erschossen. Das Spiel auf Leben und Tod dient zur Unterhaltung für Reiche, die auf den Sieger wetten können. Tatsächlich wird die Serie gemeinhin als Kritik an der gnadenlosen kapitalistischen Gesellschaft gedeutet, in der arme Menschen um ihre Existenz kämpfen müssen und dabei sämtliche Moralvorstellungen verlieren. (Lesen Sie hier eine Kritik zu "Squid Game".) 

Die nordkoreanische Propaganda steigt in dieses Narrativ ein – und zitiert selbst aus solchen Kritiken: "Es heißt, dass die Serie die Bevölkerung die traurige Realität der schrecklichen südkoreanischen Gesellschaft erkennen lässt, in der Menschen zu extremen Wettkämpfen gedrängt werden und dabei ihre Menschlichkeit verlieren." In Südkorea seien die Armen lediglich "Schachfiguren" für den reichen Teil der Bevölkerung.

Nordkorea unter dem Diktator Kim Jong Un kritisiert regelmäßig das kulturelle Leben des Klassenfeinds im Süden: Unter anderem werden K-Pop-Stars als "Sklaven" großer Firmen mit einem "armseligen Leben" dargestellt. Südkoreanische Musik, Filme oder Fernsehserien sind in dem kommunistischen Land streng verboten. Bürger:innen, die südkoreanische Medien besitzen oder konsumieren, drohen 15 Jahre Straflager.

Quelle: Reuters

epp

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