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"Tatort"-Aus für Weber und Brückner Ermittlerduo ist sauer auf den Sender


Der Saarländische Rundfunk setzt seine aktuellen "Tatort"-Ermittler ab. Offizielle Begründung: Die Geschichte sei auserzählt. Das sehen die Schauspieler allerdings etwas anders. Einer schießt besonders scharf gegen den Sender.

Die Schauspieler Maximilian Brückner und Gregor Weber zeigen sich irritiert, dass der Saarländische Rundfunk (SR) den "Tatort" mit ihnen in den Hauptrollen einstellen will. "Über das überraschende und unangekündigte Ende sind wir erstaunt und nehmen es mit Verwunderung zur Kenntnis", teilten die beiden am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit und bestätigten damit einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung".

"Wir glauben, dass diese Geschichte auserzählt ist" - so hatte der Sprecher des Saarländischen Rundfunks am Montag das Aus für das aktuelle Saarbrücker "Tatort"-Team begründet. Brückner und Weber stellen seit 2006 die Kommissare Franz Kappl und Stefan Deininger dar. Besondere Dynamik gewann das Gespann durch die unterschiedliche Herkunft der beiden: Kappl ist als Bayer nur Zugereister, während Deininger waschechter Saarländer ist. Im kulturellen Zusammenprall der beiden wird die saarländische Lebensart besonders gut herausgearbeitet - eine Stärke der "Tatort"-Reihe, die ihre Besonderheit seit jeher der regionalen Verwurzelung verdankt.

Das Zuschauerinteresse ist gestiegen

In bislang sechs gemeinsamen Folgen konnten die beiden das Zuschauerinteresse kontinuierlich steigern, von anfangs 6,76 Millionen Zuschauern auf zuletzt 8,60 Millionen. Dennoch wird der SR die Zusammenarbeit beenden: Die am 22. Januar 2012 ausgestrahlte Folge "Verschleppt" wird die letzte sein.

Umso überraschender muss das Ende für die beiden Schauspieler gekommen sein. "Vor allem können wir die vermeintliche Begründung nicht nachvollziehen", heißt es in der Erklärung. "Gerade die Gegensätze waren es, die den Erfolg des Teams ausgemacht haben und die unserer Meinung nach noch lange nicht auserzählt sind." Brückner und Weber weisen auch auf die gute Zuschauerresonanz hin: "Gerade die letzten 'Tatorte' zeigten für uns eine positive Entwicklung. Steigende Quoten - aktuelles Ranking: Platz 7 von 16 Kommissaren - und gute Kritiken."

Wird Devid Striesow der Nachfolger?

An den Quoten habe das Aus nicht gelegen, hatte der SR am Montag versichert. Die seien zuletzt "völlig ok" und stabil gewesen, "das ist aber nicht der einzige Maßstab". Wer die Nachfolge der Ermittler antritt und wie viele Kommissare dann künftig in Saarbrücken ermitteln, könne man derzeit noch nicht sagen. Es sei aber nicht zu erwarten, dass es vor Ausstrahlung der letzten Folge Neues geben werde. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte am Mittwoch Devid Striesow ins Spiel gebracht. Der ist seit 2005 in der ZDF-Krimireihe "Bella Block" an der Seite von Hannelore Hoger als Ermittler Jan Martensen zu sehen.

Kritik von TV-Ermittlern am SR ist nicht neu: Auch Jochen Senf, der den Saarbrücker "Tatort"-Kommissar Max Palü von 1988 bis 2005 spielte, hatte sich bei seinem Ende ungehalten über den Sender geäußert. "Wir waren gerne 'Tatort'-Kommissare und haben dieses Engagement immer als ein besonderes betrachtet", hieß es von Brückner und Weber am Mittwoch.

Gregor Weber geht in seiner Wut auf den SR sogar noch deutlich weiter. Er sprach am Mittwoch von einer "schlecht formulierten und offensiv verlogenen Pressemitteilung". Der Sender habe den Eindruck erwecken wollen, "dass eigentlich wir gehen wollten und die Entscheidung sehr knorke finden". Das sei jedoch ganz offensichtlich nicht der Fall.

che/hw/DPA DPA

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