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"Wer wird Millionär?"-Kandidat: Verwirrendes Nachspiel

Das Job-Schicksal von Quizshow-Kandidat Göckel ist verworren: Erst soll er wegen seiner lockeren Zunge entlassen werden, dann wird er angeblich nur in Urlaub geschickt - dabei steht noch nicht einmal fest, ob er wirklich ein echter "Bundestagsfahrer" ist.

Verwirrung über die Entlassung eines Bundestagsfahrers, der in der RTL-Sendung "Wer wird Millionär?" über seine prominenten Fahrgäste geplaudert hatte: Die "Bild"-Zeitung berichtete, der 56-jährige Konrad Göckel habe nach dem Auftritt seinen Job bei der RocVin GmbH verloren. Der Geschäftsführer des Unternehmens, Manfred Reuter, wird zitiert, als Fahrer in diesem Bereich habe man eine absolute Verschwiegenheitspflicht. Der "Münchner Merkur" berichtete, der RocVin-Geschäftsführer habe die Entlassung dementiert.

Göckel war einem Mitschnitt von RTL zufolge in der Sendung vom 8. Juni von Günther Jauch gefragt worden, welche Abgeordneten freundlicher seien, "die eher etwas höher Gestellten, zum Beispiel stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Ausschussvorsitzende oder Fraktionsvorsitzende im Vergleich zu den Hinterbänklern?" Er antwortete: "Wollen Sie eine ehrliche Antwort? Je höher, desto arroganter." Auf diese Frage des Moderators hätte Göckel nicht antworten dürfen, wird Reuter in der "Bild"-Zeitung zitiert. "Er hat als Fahrer in seinem Anstellungsvertrag in diesem Bereich eine absolute Verschwiegenheitspflicht."

"Göckel ist in Urlaub gegangen

Die RocVin GmbH führt im Auftrag des Bundestages Fahrten durch. "Göckel hat sich als Fahrer des Deutschen Bundestags ausgegeben - das ist eine Falschaussage. Er ist bei uns angestellt, und wir sind Vertragspartner des Bundestags. Allein das könnte Grund für eine fristlose Entlassung sein", sagte Reuter "Bild" zufolge weiter. Dagegen zitierte der der "Münchner Merkur" einen RocVin-Geschäftsführer - in diesem Fall nicht namentlich genannt - mit den Worten: "Wir haben Herrn Göckel nicht entlassen. Wir haben unseren Mitarbeiter nur aus der Schusslinie genommen. Er ist in Urlaub gegangen." Das Unternehmen war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Laut "Münchner Merkur" sagte der Geschäftsführer, Göckel entstünden durch seine Äußerungen keine Nachteile. "Er hat mir heute Morgen gesagt, dass er von allen Seiten bedrängt wird und dass ihm die Sache über den Kopf wächst. Das ist menschlich doch verständlich. Er möchte am liebsten abtauchen und diese Möglichkeit haben wir ihm gegeben." Der "Bild"-Zeitung zufolge hatte Göckel einen Auflösungsvertrag von seinem Arbeitgeber erhalten. Bei "Wer wird Millionär" war er an der 16.000-Euro-Frage gescheitert und hatte 8000 Euro gewonnen.

AP / AP