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15 Jahre "Wer wird Millionär": Plötzlich Millionär - und dann?

"Wer wird Millionär" machte in 15 Jahren aus acht normalen Bürgern über Nacht Millionäre. Doch wie geht man mit dem plötzlichen Reichtum um - und wofür gibt man das Geld am besten aus?

"Wer wird Millionär" machte acht normale Bürger zu Millionären. Als erster durfte Eckard Freise jubeln - er gewann eine Million Mark.

"Wer wird Millionär" machte acht normale Bürger zu Millionären. Als erster durfte Eckard Freise jubeln - er gewann eine Million Mark.

Um eine Million Euro reicher - und dann? An diesem Freitag (20.15 Uhr) feiert die RTL-Quizshow "Wer wird Millionär?" ihren 15. Geburtstag. In diesen 15 Jahren gewannen acht Normalbürger siebenstellig und durften das Geld im Gegensatz zu drei Prominenten auch behalten. Doch wie geht ein Sieger mit so einem Betrag auf dem Konto um? Glücksforscher und Volkswirtschafts-Professor Karlheinz Ruckriegel von der Technischen Hochschule Nürnberg erklärt: Geld kann uns vor allem dann zufriedener machen, wenn wir es sinnvoll einsetzen: "Der plötzliche Geldsegen sorgt kurzzeitig für Euphorie, aber macht uns an sich nicht schon dauerhaft glücklich."

Menschen gewöhnten sich nämlich ziemlich schnell an den neuen Reichtum, wie der Forscher erläutert. Mehr zu konsumieren, werde dann einfach selbstverständlich. "Natürlich hilft es, wenn man mit dem plötzlichen Gewinn Schulden begleichen kann", aber wichtiger für die Zufriedenheit sei, dass zum Beispiel soziale Beziehungen gelingen.

Teilen macht glücklich

Auch anderen Menschen etwas von dem Gewinn abzugeben, kann einen Glückspilz freudig stimmen. "Die neue Forschung zeigt nämlich: Wir sind die sozialsten Wesen auf der Erde", sagt Ruckriegel.

Der erste WWM-Sieger Eckhard Freise gewann damals noch eine Million Mark. Er zum Beispiel kaufte eine Doppelhaushälfte - und spendete den Rest. Timur Hahn, der als Student auf den Quizstuhl stieg, kaufte sein Elternhaus und schenkte seiner Familie ein Auto. Den Rest legte er an.

Lohnerhöhung für die Angestellten

Auch der Cafébesitzer Ralf Schnoor tat etwas zutiefst Sympathisches. Er nutzte die Million, um die Löhne seiner Angestellten erhöhen und betreibt weiter sein Café in Hannover. Mit seiner Entscheidung ist Schnoor heute sehr zufrieden: "Ich habe Rücklagen und eine schöne Wohnung. Das ist schon wirklich ein großes Glück."

Wie Gewinner mit den neuen Lebensumständen umgehen, sei vom Typ abhängig, glaubt Schnoor. "Bei uns in der Familie steht Konsum nicht an erster Stelle. Ich kam deshalb relativ gut damit klar."

Der Geldsegen kommt öffentlich

RTL schärft den Neu-Millionären ein, nicht voreilig Verträge zu unterschreiben: "Wir als Sender geben den Gewinnern erst einmal den Hinweis, einige Tage nichts zu machen, durchzuatmen und in Ruhe die Situation zu überdenken", sagt RTL-Sprecher Frank Rendez. Dabei bleibt es dann auch in Sachen Betreuung: "Wir sind keine Finanzberater, sondern ein Medienunternehmen. Und "Wer wird Millionär?" ist eine Unterhaltungssendung", sagt Rendez.

Auf die Kandidaten, die vor Millionen Zuschauern zum Millionär werden, kommt eine besondere Herausforderung zu. Sie können ihr Glück nicht so still genießen wie anonyme Lotto-Glückspilze. "Wenn man in der Öffentlichkeit steht, kommen auf einen Schlag Leute, die etwas vom Geld abhaben wollen", so Ruckriegel. Davon kann auch Gewinner Schnoor ein Liedchen singen: Freunden und der Familie gab er gern etwas, aber auch andere fragten an. "Aber ich konnte das mit einem schlichten 'Nö, geht nicht' abwehren", sagt er. In der Öffentlichkeit zu stehen hat Schnoor überhaupt nicht als schlimm empfunden. "Es war schön, durch die Straßen zu gehen und beglückwünscht zu werden."

Katharina Hölter/DPA / DPA
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo