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40 Jahre Tatort: Mörderische Quoten

Der "Tatort" ist seit Beginn seiner Ausstrahlung ein Quoten-Garant für die ARD. Eine Hitliste der "Tatort"-Fälle lässt sich jedoch nicht erstellen, denn bis in den Anfang der 80er Jahre hinein wurde lediglich die Prozentzahl der TV-Haushalte gemessen, die eine bestimmte Sendung eingeschaltet hatten.

Der "Tatort" ist seit Beginn seiner Ausstrahlung ein Quoten-Garant für die ARD. Eine Hitliste der "Tatort"-Fälle lässt sich jedoch nicht erstellen, denn bis in den Anfang der 80er Jahre hinein wurde lediglich die Prozentzahl der TV-Haushalte gemessen, die eine bestimmte Sendung eingeschaltet hatten.

Die Zuschauer in Millionen wurden erst ab etwa 1980 ermittelt - und auch diese Zahlen sind über einen langen Zeitraum schwer vergleichbar, denn mit der deutschen Wiedervereinigung wurde die Zuschauerbasis größer. Auf der anderen Seiten teilte sich der TV- Markt mit der Einführung der Privatsender zunehmend auf.

Dennoch einige Beispiele: Die größte Reichweite nach Fernsehhaushalten erzielte am 20. Januar 1974 der Kieler Kommissar Finke (Klaus Schwarzkopf) mit 76 Prozent. Das berühmt gewordene "Reifezeugnis" mit Nastassja Kinski und Christian Quadflieg (und Kommissar Finke) verbuchte am 27. März 1977 immer noch 67 Prozent. Der allererste "Tatort" ("Taxi nach Leipzig") erreichte am 29. November 1970 satte 61 Prozent.

Den höchsten Millionen-Wert, der je gemessen wurde, darf sich Hansjörg Felmy, bekannt als Kommissar Haferkamp, zuschreiben: Er erreichte am 16. November 1980 durchschnittlich 24,39 Millionen Fans - wohlgemerkt: Ohne private Konkurrenz und ohne die ostdeutschen Seher. Wären die mitgezählt worden, hätte es sein letzter Einsatz als Kommissar (Titel: "Schönes Wochenende") locker auf mehr als 30 Millionen gebracht.

In den 90er Jahren flauten die Quoten merklich ab. 1991 schaffte Götz George als Schimanski bei seinem Abschied am 29. Dezember 14,9 Millionen Zuschauer. Den traurigen Tiefstwert muss sich Schauspieler Winfried Glatzeder als Berliner Kommissar Roiter zuschreiben: An einem Montagabend, dem 13. Juli 1998, um 23 Uhr erreichte er mit "Ein Hauch von Hollywood" nur 1,66 Millionen Zuschauer - die ARD hatte wegen des WM-Endspiels einen Tag zuvor den Film verschoben.

2010 ist für "Tatort"-Verhältnisse ein sehr guter Jahrgang, denn jeder Krimi wurde durchschnittlich von 8,53 Millionen Menschen geguckt, wie die Marktforschungsfirma Media Control in Baden-Baden ermittelte - der beste Wert seit 1995 (und nur für diesen Zeitraum liegen Media Control Daten vor). Stark liegen gewöhnlich die Münsteraner Ermittler - Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) - ihr letzter Fall ("Spargelzeit") lockte am 10. Oktober 10,49 Millionen Zuschauer vor die Bildschirme - die beste "Tatort"-Quote seit 13 Jahren.

DPA / DPA
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