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"Bares für Rares": "1617 - das ist maximal die Uhrzeit" - Experte lacht über Jahresangabe auf antiker Holzkiste

Diese Holzkiste wirft Fragen auf: 1617 ist auf der Vorderseite eines Schmuckkästchen eingraviert, das bei "Bares für Rares" zum Verkauf steht. Experte und Händler können darüber nur lachen. Aber tatsächlich erweist sich das Stück als antik.

Bares für Rares

"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel erklärt Horst Lichter, wie alt die Kiste wirklich ist, die Sascha Gregorowius verkaufen möchte.

ZDF

Die Jahreszahl 1617 ist auf dem Schmuckkästchen eingraviert, das Sascha Gregorowius aus Leverkusen bei "Bares für Rares" verkaufen möchte. Der Physiotherapeut kommt im Auftrag einer Patientin, der die Schachtel gehört. Doch dass die hölzerne Box 400 Jahre alt ist, bezweifelt Moderator Horst Lichter. "Wenn das Ding so alt wäre, wäre das eine Weltsensation", sagt er. "Das glaube ich nicht." Wie alt das Kästchen wirklich ist, soll die Expertise klären.

"Bares für Rares"-Experte: keine Fälschung

Auch "Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel ist sicher, dass die Kiste deutlich jünger ist. "Das ist maximal die Uhrzeit, als der Schreiner fertig war – 16.17 Uhr", sagt er lachend. Dennoch handle es sich um eine Antiquität. Die Box stamme aus der Zeit des Historismus, wurde als zu Ende des 19. Jahrhunderts gefertigt und ahme die Renaissance nach. "Das kann man eindeutig sehen anhand des Holzes und wie es verarbeitet ist", erklärt der Experte. Demnach sei es keine plumpe Fälschung, sondern tatsächlich antik.

"Locker 500 Euro" ist die Kiste wert, sei sich die Besitzerin sicher gewesen, sagt Verkäufer Gregorowius. Er selbst habe sich mit ihr darauf geeinigt, dass der Wunschpreis bei 250 Euro liege. Der Zustand der Box ist nicht einwandfrei. "Das Holz ist verzogen, was aber normal ist, da es kein Furnier sondern massiv ist", erklärt Kümmel. Trotzdem könne er den Schätzpreis mitgehen. "Ich liege bei 250 bis 300 Euro."

Gruppenfoto der "Bares für Rares"-Experten

Sehen die Händler das auch so? "Ich finde es ein bisschen schade, dass die Zahl 1617 drauf steht und ich den Kunden erklären müsste, dass die Kiste nicht wirklich aus dem Jahr stammt", sagt Susanne Steiger. Mit 50 Euro startet Daniel Meyer. Das Doppelte ist Ludwig "Lucki" Hofmaier bereit zu zahlen. Doch Verkäufer Gregorowius besteht auf mindestens 300 Euro. "Dann nehme ich die Kiste wieder mit", sagt er. Immerhin weiß er jetzt, wann die Truhe tatsächlich gefertigt wurde.

mai