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"Bares für Rares" Händler zahlen irren Preis für alten Rasierpiegel – dieses Detail macht ihn so wertvoll

"Bares für Rares"
"Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek erklärt Horst Lichter, warum der Rasierspiegel von Verkäuferin Nadezhda Marinkova so wertvoll ist.
© ZDF
Dieses Objekt ist ein Zufallsfund bei einer Haushaltsauflösung: Ein alter Rasierspiegel entpuppt sich bei "Bares für Rares" als echter Designklassiker. Ein Detail macht ihn zum gesuchten Sammlerobjekt.

"Ich habe keine Verwendung dafür und brauche das Geld", sagt Nadezhda Marinkova aus Wien. Die 31-Jährige kommt mit einem alten Rasierspiegel zu "Bares für Rares". "Den hat mein Schwiegervater bei einer Haushaltsauflösung in Südtirol gefunden", sagt sie. Beim Putzen sei ihr dann ein Detail aufgefallen, das sie stutzig machte. Auf dem satinierten Glas sei ihr das Firmenlogo "Zeiss Ikon" aufgefallen. Nach ein bisschen Recherche wurde ihr klar: Dieser Schminkspiegel ist ein Designklassiker.

"Das ist ein Objekt von Marcel Breuer, einem der bedeutendsten Designer des 20. Jahrhunderts", klärt "Bares für Rares"-Experte Sven Deutschmanek auf. Der Spiegel sei 1930 bei einer Werkbundausstellung in Paris zum ersten Mal präsentiert worden. "Breuer hat die Moderne ins Leben gerufen. Allein sein Name reicht, um einen hohen Preis auszurufen." Das Material des Spiegels an sich sei nichts Besonderes. Es handele sich um verchromtes Messing. "Allein das Design, den Spiegel zu teilen und das Glas zu beleuchten, macht dieses Objekt wertvoll."

Horst Lichter hält Wunschpreis für übertrieben

Der Wunschpreis von Verkäuferin Marinkova liegt bei 400 Euro. "Was, dafür kriegt man einen neuen mit zehnfacher Vergrößerung", sagt Horst Lichter. Doch Experte Deutschmanek setzt den Preis noch höher an. "Für Designer ist der Spiegel ein absolutes Highlight", sagt er. Leider weise das Spiegelglas eine kleine Beschädigung auf. "Ohne diesen Chip wäre er 2500 Euro wert. So liege ich bei 1000 bis 1500 Euro", lautet seine Expertise. "Ich fasse es nicht", freut sich Marinkova. "Damit hätte ich nie gerechnet."

"Bares für Rares"-Händler überbieten sich gegenseitig

Die Händler brauchen zunächst Nachhilfe in Sachen Designklassiker. Erst als der Name Marcel Breuer fällt, werden sie hellhörig. Die Gebote starten relativ niedrig bei 200 Euro. Doch schnell schießt der Preis nach oben. Jan Cizek, Julian Schmitz-Avila und Thorsden Schlößner überbieten sich gegenseitig. Bei 700 Euro wähnt sich Cizek schon am Ziel. "Machen wir das?", fragt er die Verkäuferin. Doch die bleibt hart. "Vierstellig habe ich mir schon vorgestellt." Schmitz-Avila nutz seine Chance. "Dann gebe ich ihnen die 1000 Euro." Doch Cizek legt nach. Für 1300 Euro bekommt er schließlich den Zuschlag.

Der Zufallsfund bei einer Haushaltsauflösung hat sich für Verkäuferin Marinkova gelohnt. Das Geld soll in ihre Hochzeitskasse wandern. "Besser hätte es nicht laufen können. Ich bin sehr, sehr glücklich.


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