Die BRAVO beeinflusste über Jahrzehnte Generationen junger Menschen in Deutschland – mit prominenten Gesichtern auf dem Cover, Postern fürs Jugendzimmer und der Aufklärungsrubrik "Dr. Sommer". Kein anderes Magazin war hierzulande auch nur annähernd so einflussreich wie das Blatt aus dem Bauer-Verlag (ab 1968). In der Hochzeit, um die Wende herum, erreichte die BRAVO etwa sechs Millionen Leserinnen und Leser pro Woche. Die dreiteilige Doku "BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz" läuft bereits ab 23. Mai in der ARD-Mediathek. Linear ist nur Folge eins der sehenswerten Aufarbeitung des Popkultur-Phänomens im Ersten zu sehen. Mit dem Aufkommen des Internets, insbesondere von YouTube und Social Media, ließen Macht und Einfluss des Blattes, das die Stars "machte", dramatisch nach. Seit 2020 erscheint die BRAVO nur noch monatlich mit einer Auflage von unter 50.000 Exemplaren.
Der Film von Mariska Lief ("Crunch") erzählt eine Zeitreise und reflektiert BRAVO-Trends und "Gesetze" im Wandel der Zeit. Dazu berichten ehemalige BRAVO-Gesichter wie Jasmin Wagner ("Blümchen"), Eloy de Jong ("Caught in the Act"), Angelo Kelly, Jeanette Biedermann, Oli P., Senna Gammour ("Monrose"), Eko Fresh oder der frühe YouTube-Star Liont, wie das Heft ihre Karrieren prägte, Chancen eröffnete, ihnen aber auch Freiheiten nahm.
In einem nachgebauten Jugendzimmer diskutieren die Enddreißiger Ariana Baborie, Gazelle Vollhase und Aurel Mertz an die Bedeutung des Magazins in ihrer Jugend und fungieren dabei als Guides und angenehm spontane Diskutanten der BRAVO. "BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz" ist dabei eine bockstarke, gleichermaßen unterhaltsame wie analytische Reise durch mehrere Jahrzehnte deutsche Jugendkultur und Mediengeschichte. Eine Doku-Perle, die vergleichbaren ARD-Vorgängern wie den Doku-Serien über die Band "Echt" ("ECHT – Unsere Jugend") oder den TV-Sender VIVA ("Die VIVA-Story") in nichts nachsteht.
BRAVO – Headlines, Hypes und Herzschmerz – Mo. 01.06. – ARD: 23.05 Uhr