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Dschungelcamp 2012: Das ABC des Urwalds

Ein früher TV-Höhepunkt des Jahres steht bevor. Am 13. Januar beziehen elf D-Promis das legendäre Camp im australischen Dschungel. Ein Blick auf die Geschichte von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" - von A wie Ailton bis Z wie Zicke.

Von Ingo Scheel

Das Dschungelcamp 2012

Ailton zieht ein, Momo und The Raven ebenso, dazu Brigitte Nielsen und Micaela Schäfer. Auch die sechste Staffel des RTL-Erfolgsformats dürfte in Sachen Trash-Entertainment seinesgleichen suchen. Werfen Sie einen Blick ins Erinnerungsalbum des Dschungelcamps.

A wie Ailton

Kurz vor Torschluss ist den RTL-Machern doch noch ein Besetzungscoup gelungen: Kleines, dickes Ailton zieht samt Unterkiefer ins Dschungelcamp und könnte der legitime Nachfolger von Rainer Langhans werden. Wie der Alt-Hippie im Vorjahr schießt auch der ehemalige Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga aus dem Nichts auf die Top-Position der Buchmacher. Ob der Mann mit dem Hang zum radegebrochenen Bonmot jedoch tatsächlich das Zeug zum Dschungelkönig hat oder ob er früh ausgewechselt wird, müssen die ersten Tage im Camp zeigen.

B wie Busenfaktor

Proportional zur Körbchengröße steigt die Einschaltquote – das wissen die RTL-Verantwortlichen natürlich am besten. In der Vergangenheit waren Sternchen wie Heydi Núñez Gómez, Michaela Schaffrath und Dolly Buster mit vollem Körpereinsatz tätig, in diesem Jahr soll es u.a. Brigitte Nielsen richten. Und wer sich an die legendäre Reality-Show "Aus alt mach neu" mit der Alt-Internationalen erinnert, ahnt, dass man sich in den Produktionsbüros des Senders bereits die Hände reibt.

C wie Cordalis

Er kam, sah - und ließ unter sich: Costa Cordalis sorgte in der ersten Ausgabe von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" im Januar 2004 für jede Menge Gesprächsstoff. Der Schlagerbarde ("Der Wein von Samos") verrichtete im Dschungel große Geschäfte, unterhielt die Mitinsassen mit improvisierten Liedchen und holte am Ende die Krone des Dschungelkönigs. Ein Titel, der sich für den angejahrten Griechen rentiert hat. Cordalis tritt noch heute auf zahlreichen Dschungelpartys auf.

D wie Dr. Bob

Dieser Arzt ist kein Arzt, sondern eigentlich Maskenbildner. Im Camp ist Dr. Bob dennoch der Mann, dem die Kandidaten vertrauen. Vor den Dschungelprüfungen klärt er die bangenden Prüflinge über Risiken und Nebenwirkungen von Höhlenforschung, Spinnenkontakt und Hodengenuss auf.

E wie Ekelfaktor

Fernsehen zum Hin- und Weggucken: Bei den Dschungelprüfungen müssen die Auserwählten Maden essen, mit Ratten kuscheln oder pürierte Innereien schlürfen. Verweigert ein Kandidat die Prüfung, müssen seine Leidensgenossen weiter bei Reis und Bohnen darben.

F wie Fernsehpreis

So ändern sich die Zeiten: Anno 2004 gab es noch zahlreiche Proteste gegen die frisch ersonnene Variante des Ekel-TV, es wurde gar ein Verbot gefordert. Im Herbst 2011 erhielt das "Dschungelcamp" eine Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis.

G wie Gottlieb Wendehals

Neben den Busenmodels ein weiterer Archetypus, der im Camp so unverzichtbar ist wie Pritsche und Lagerfeuer: Der gemütliche Dicke mit Hang zur rührseligen Anekdote. Den Start machte der Mann mit dem Plastikhuhn, Gottlieb Wendehals alias Werner Böhm. In seinen Fußstapfen folgten Harry Wijnvoord, Günther Kaufmann und Björn-Hergen Schimpf.

H wie Hoden

"Eier, wir brauchen Eier" – dachten sich die Camp-Macher und erfanden die wohl ekligste aller Prüfungen. Um Essen für die Dschungelbewohner zu ergattern, muss der jeweilige Prüfling Tierhoden verzehren. Unvergessen bis heute, wie die würgende Barbara Herzsprung bei der 2008er-Ausgabe ein Känguru-Testikel aß.

I wie "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!"

Wenn nichts mehr geht, dann fallen diese Worte. Wer nicht mehr kann und das Lager verlassen möchte, ruft den befreienden Satz "Ich bin ein Star – holt mich hier raus!". Lisa Bund, Dolly Buster, Sarah Knappik und Giulia Siegel gehören zu den vorzeitigen Lager-Flüchtlingen.

J wie Jay Khan

Psycho-Spielchen, Fake-Küsse und Ohnmachtsanfälle - Jay Khan prägte die fünfte Staffel wie kaum ein anderer. Ein fragwürdiger Ruhm, der auch ein Jahr später noch nachhallt. Als einziger deutscher "Promi" schaffte es der einstige Boygroup-Barde von US5 in diesem Jahr in die Google-Top-Ten in der Kategorie "Stars und Prominente".

K wie König

Das Ziel aller Träume ist der Titel des "Dschungelkönigs". Die Sieger bislang: Costa Cordalis, Désirée Nick (beide 2004), Ross Antony (2008), Ingrid van Bergen (2009) und Peer Kusmagk (2011).

L wie Luxus

Luxusgegenstände im Lager sind verboten, Ausnahmen gibt es jedoch: Jeder Teilnehmer darf zwei private Gegenstände seiner Wahl mitnehmen. Vorjahressieger Peer Kusmagk nahm etwa seinen Stoffaffen "Schotti" und seinen Zylinder mit.

M wie Moderatoren

Seit der ersten Folge vom 9. Januar 2004 das erfolgreiche Moderations-Tandem: Dirk Bach und Sonja Zietlow. Keiner lästert so schön wie die beiden.

N wie Nervensägen

Man kann nicht mit ihnen, aber auch nicht ohne sie: Die Nervensägen sind das Salz in der Dschungelsuppe. Caroline (Hacke-)Beil, Sarah Knappik und Mathieu Carrière - alles Namen, bei denen der geneigte RTL-Gucker auch heute noch die Faust in der Tasche ballt.

O wie Outfit

Die ironischen Kommentare des Moderatorengespanns sind mittlerweile ebenso legendär wie die durchgeknallten Outfits, die Dirk Bach in der Sendung trägt.

P wie Prüfung

Vor die warme Mahlzeit haben die Dschungelcamp-Strategen die Dschungelprüfung gestellt. Für die gelösten Aufgaben gibt es Sterne, für jeden erkämpften Stern ein leckeres Essen.

Q wie Quote

7,40 Millionen Menschen sahen die fünfte Staffel im Durchschnitt, das entspricht einem Marktanteil von 29,4 Prozent. In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen wurde ein durchschnittlicher Marktanteil von 41,2 Prozent erreicht. Es handelt sich damit um die bislang erfolgreichste Staffel.

R wie Ross Antony

Vier Jahre lang mussten Dschungelfans auf die dritte Staffel warten - und die Geduld wurde belohnt, hatte die es doch so richtig in sich. DJ Tomekk wurde wegen eines Hitler-Grußes geschasst, Lisa Bund verließ weinend, von Magenkrämpfen gepeinigt, das Lager und auch Björn-Hergen Schimpf strich vorzeitig freiwillig die Segel. Zuletzt lachte einer, der sonst viel flennte: Ross Antony, Ex-BroSis-Sänger, ergatterte das Krönchen.

S wie Sprechzimmer

Meckerecke, Nominierungsraum, Dschungeltelefon - der Draht nach draußen ist für die Camp-Bewohner das Sprechzimmer.

T wie Telefonvoting

Das letzte Wort hat der Zuschauer: Per Telefonanruf werden in der ersten Woche die Kandidaten für die Prüfung gepickt, in der zweiten Woche kann man für seinen "Star" anrufen und ihn so im Camp halten.

U wie Ungeziefer

Sie sind die wahren Hauptdarsteller des Formats: Spinnen, Ameisen und Kakerlaken.

V wie van Bergen

Mit ihrem Bandana-Tuch sah sie am Ende aus wie die mumifizierte Ausgabe von Axl Rose, ihrer Monarchen-Würde tat das kaum einen Abbruch: Ingrid van Bergen zog mit der ganzen Gelassenheit des fortgeschrittenen Alters ins Lager, ließ sich weder von Lorielle Londons Hysterie noch von Giulia Siegels Psychosen im geringsten beeindrucken und wurde 2009 strahlende Königin des RTL-Dschungels.

W wie Wetter

Die Brüste von Brigitte Nielsen und die Tränen von Indira mögen falsch sein, das Wetter im Lager, ob Regen, Sturm oder Gewitter, ist absolut echt. Produziert wird die Sendung auf einem ehemaligen Farmgelände im australischen Dungay, New South Wales, das die britische TV-Firma Granada Television gepachtet und mit allen technischen Gegebenheiten ausgestattet hat. Auch die britische Ausgabe - "I'm a Celebrity - get me out of here" wird dort gedreht.

X wie X-Faktor

Der X-Faktor ist die große Unbekannte in der Show-Formel: Wer verliert die Nerven? Wer erbricht gerade verspeisten Hoden? Wer küsst wen, wer disst wen und überhaupt: Was sagt Ailton eigentlich dazu? Die krude Romanze von Jay und Indira, das Sanitärverhalten von Costa Cordalis, die Liebeskaspereien von Eike Immel und die Schlafattacken von Harry Wijnvoord – zeitlose Perlen im Dschungelalmanach.

Y wie Youssefian

Ein Format, das wie gemalt scheint für die Exen von Dieter Bohlen – und mit Naddel hatte RTL in der ersten Staffel schon einen adäquaten Anfang gemacht. Danach verliert sich die Spur jedoch. In der nächsten Ausgabe könnte man den Faden ruhig wieder aufnehmen. Wir schlagen Janina Youssefian vor und freuen uns schon auf Wissenswertes aus der Teppichbranche.

Z wie Zicke

Die Mutter aller Dschungelzicken ist Désirée Nick. Sie zickte und zeterte, greinte und grübelte und fand doch den Weg in die Herzen der RTL-Zuschauer. Der Lohn: Ihre Krönung zur Dschungelkönigin der zweiten Staffel.