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Dschungelcamp, Tag 15 Pompöös porös: Der bocklose Herr Glööckler schmollt sich aus dem Dschungel

Bei Harald Glööckler war im Halbfinale des diesjährigen Dschungelcamps einfach die Luft raus
Bei Harald Glööckler war im Halbfinale des diesjährigen Dschungelcamps einfach die Luft raus
© RTL
Die Big Five sind zum Trio Infantile geschrumpft: Eric, Filip und Manuel machen heute Abend die Krone unter sich aus. Den beiden Dschungeldaddys ging auf den letzten Metern die Puste aus. Harald Glööckler litt unter Schwindelanfällen und akuter Bocklosigkeit. Und Peter war am Ende halt nur Peter.

Als die letzte Frau das Camp verlassen hatte, herrschte in der Männer-WG ein patriarchalisches Wir-Gefühl. "Haben wir gut durchgehalten, Männer", rief Peter in die Runde, als wären sie gerade über glühende Kohlen gelaufen oder hätten auf einer Waldlichtung miteinander gegrunzt. "Dann verzichten wir halt jetzt mal auf eine Frau." Die Euphorie hielt genau fünf Sekunden. Dann brach der Alltag über das Kerle-Kalifat herein. "Wie viel Wasser brauchen wir für den Reis, weiß das jemand?", fragte Peter in vier ratlose Gesichter. "Und wer kann einen Topf sauber machen?"

Give me five Typen im Halbfinale und kriege lauwarmes Testosteron zurück. Anouschka Renzi machte zum Abschied keine Gefangenen. Ihr hing immer noch der "Bottich voller Tierleichen" (Glööckler) nach, in dem ein Bad zu nehmen, sie sich außerstande sah. "Fuck them! Das geht zu weit!", wütete die gar nicht mehr so beliebte Unterhaltungsschauspielerin nach ihrer Rückkehr ins Camp und erklärte bei der Gelegenheit auch gleich noch die Währungsunion für null und nichtig ("Dann lieber keine 100.000 Mark!").

Pompöös porös

Das miese Karma bekam ausgerechnet der gar nicht mehr so glamouröse Glööckler zu spüren. Befindlichkeiten unter Stars. Anouschka warf ihrem alten Freund vor, dass er zu dominant sei. "Du machst mich unsichtbar, Harald." Der Designer reagierte schmallippig, was nicht einfach ist für ihn. "Ich kann mich nicht so weit zurücknehmen, dass ich gar nicht mehr ich selbst bin", raunzte er zurück und wechselte für den Rest der Folge in einen Schmollmodus, für den sein Gesicht keine Mimik mehr hat, aber er sagte es. Ausverkauf bei Glööckler an Tag 15. Alles ist raus.

Grandächza statt Grandezza. Pompöös porös. Bling-Bling-Burnout. Der 56-Jährige war fertig mit dem Dschungel. Wie ein angezählter Rudelchef versuchte er, die lauernde Jungschar noch im Zaum zu halten. Vor allem Manuel, der in den vergangenen zwei Wochen so eine Art Mannwerdung hingelegt hat, ist Glööckler ein Dorn im Auge. "Als er reinkam, war er noch ein Erdmännchen. Jetzt ist er ein Löwe. Big, very big", zischelte er abschätzig. Das war natürlich eine Übertreibung. Der Justizhauptsekretär aus Kurpfalz ist immer noch nicht Hulk, sondern ein Halm. Doch sein enervierendes Händefuchteln ist energischer geworden, sein kakofonisches Idiom schallt schriller durch den Urwald.

Wo der Glööckler sein ganzes Pulver längst verschossen hatte, konnte auch Eric gestern noch einen nachlegen. Es war die ausführliche Version der wirklich furchtbaren Vergewaltigungsgeschichte seiner Frau. Selbst den Gagschreibern von Zietlow und Hartwich fielt dazu kein Exit-Spruch ein. Peter, dem Eric die traumatische Erfahrung erzählte ("Alles, wofür man vorher Leidenschaft hatte, flammt nicht mehr so"), reagierte mit Fassungslosigkeit und malte sich aus, was er machen würde, wenn seiner Tochter so etwas angetan würde ("Ich wäre perverser als der Perverse"). Für Eric war die Erzählung – das sind die Gesetzmäßigkeiten der Show – das endgültige Ticket fürs Finale.

Schlüppi aus Biggi’s Boutique

Zum Abschluss gab es für die Fünferbande eine Dusche, wie sie die Hamburger Polizei turnusmäßig den Aktivisten der örtlichen Roten Flora verpasst. Mehrere Wasserwerfer waren auf die Camper gerichtet, die in der wilden Spritzerei die Sterne von einer Station zur anderen wuchten mussten. "Creek der Sterne" heißt das Spiel, ein Dschungelklassiker, bei dem auch überdimensionale Bälle zum Einsatz kommen. Während Manuel einen blumengemusterten Schlüppi aus Biggi’s Boutique trug, präsentierte Glööckler eine todschicke Art-déco-Shorts aus der eigenen Kollektion. Es war auch ein Creek der Welten, der sich hier abspielte, bei dem die junge Generation die schlechteren Klamotten, aber naturgemäß die besseren Karten hatte.

Was man Harald Glööckler zugestehen musste, war, dass er angeschlagen zur Prüfung antrat. Er litt unter Schwindel und Übelkeit ("Bei mir ist schon der Reis wie Bullenschwanz"). Den späteren Rauswurf nahm er wegen seiner gesundheitlichen Probleme fast erleichtert zur Kenntnis. Irgendwie ist im Camp zum Schluss hin alles Happy End. Selbst die Ragen-Renzi flötete versöhnliche Töne aus der Lodge. "Ich hoffe, dass ihr mich in guter Erinnerung behaltet", sagte sie. Guter Witz. Und: "Lasst uns alle lieb zueinander sein."

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