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TV-Kritik

Dschungelcamp, Tag 9: "Markus Die Maschine" - trödelt sich der Ramschkönig zum Dschungeltitel?

Down und unter Wasser: Sintflutartige Regenfälle setzen den Campern zu. Danni nutzte die Gelegenheit und spielte die Trümmerfrau, die alles verloren hat. Markus indes flanierte lässig durch die Dschungelprüfung. Er ist der neue starke Mann im Camp. Auch der Favorit auf den Thron?

Von Mark Stöhr

Ach, auch so kann man eine Dschungelprüfung bestehen. Hatten wir schon ganz vergessen. Wie über einen Flohmarkt schlenderte Markus Reinecke, der Trödelheini, durch drei Etagen voller Kröten, Ratten und Krokodile und angelte sich aus den aufgetürmten Fleischabfällen acht von zehn Sternen. Kein Tier, das mit einem Herzkasper ins betreute Wühlen musste. Kein Bühnenbildner, der weinend vor seinem Werk zusammenbrach, weil es nicht bespielt wurde.

Wir erinnern uns: Danni Büchner stieg bereits nach 13 Sekunden aus dem "Ge-Fahrstuhl" aus, geschüttelt von Angst und Ekel. Ramsch-Reinecke fuhr mit ihm ins Rampenlicht. Und fand das - mehr noch: sich - supergeil. Auch schon wieder unangenehm.

Vom Matriarchat der ersten Woche geht die Reise offenbar direkt ins Mackertum. "Ich bin geil drauf", verkündete der Krempel-König nach seinem lässigen Move und nahm erst einmal ein Bad im Naturpool. "Für mein Ego ist das perfekt", analysierte er kokett. "Das ist zwar eh schon riesengroß, kann aber trotzdem ab und an mal gefüttert und gestreichelt werden." Woher nehmen diese Second-Hand-Typen mit ihren Endzeit-Frisuren bloß ihr wandschrankgroßes Selbstbewusstsein?

Feministische Krise im Camp

"Markus Die Maschine" (Danni) hat sich mit seiner fetten Beute an die Spitze des Rudels gesetzt. Dahinter kommt - mittlerweile mehr trottend als tänzelnd - Sven "Ich war mal positiv" Ottke. Gefolgt von Raúl "Ich kann alles spielen außer gut" Richter und Prince "Ich bin ready" Damien. Keine Frage: Das Camp ist in einer feministischen Krise.

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Claudia Norberg stellt in ihrer posttraumatischen Wendler-Störung inzwischen Mitarbeitern nach ("Bei meinem Notstand nehme ich auch blond"). Elena Miras verzettelt sich zunehmend zwischen Ghetto und Gefühlen. Sonja Kirchberger gehört als Hauswirtschafterin und Ergotherapeutin des Camps mehr zum Funktionsstab als zum Kandidatenkreis. Toni Trips flog gestern raus. Und Anastasiya Avilova wird ihr heute wahrscheinlich folgen.

Und Danni? Ist abgespielt - auch wenn sie noch einmal kräftig an ihrer Selbstdemontage arbeitete und dafür ordentlich Zooms und Sendezeit absahnte. Was für eine nervliche Zerrüttung. Was für ein charakterlicher Totalschaden. Als starke Regenfälle das Gelände unter Wasser setzten, und die Camper sich nachts sogar ins Dschungeltelefon flüchten mussten, nahm die Malle-Gastronomin die Situation höchstpersönlich. "Ich bin überflutet worden von diesem Starkregen, oder was das hier ist", schluchzte sie. Und setzte - Tochter eines Alkoholikers, zweifache Witwe und alleinerziehende Mutter von fünf Kindern - noch einen supertreffenden Superlativ obendrauf: "Das ist viel schlimmer als alles, was ich bisher erlebt habe. Ich weiß nicht, was noch schlimmer kommen kann."

Dschungelcamp, Tag 9: Stoppen kann ihn nur Schnappi: Markus Reinecke tritt zur Danni-Büchner-Gedächtnisprüfung an
Dschungelcamp: Markus Reinecke

Pause für Daniela "nenn mich bitte Danni" Büchner und Elena Miras: An Tag 9 im Dschungelcamp muss Markus Reinecke zur Dschungelprüfung antreten. Der Trödelfuchs aus der RTL-Show "Die Superhändler" wird von seinem Mitcampern nominiert. Was er nicht ahnt: Die Danni-Büchner-Gedächtnis-Prüfung wartet auf ihn.

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MG RTL D

Claudia glotzt Ranger auf den Hintern

Die Evakuierung und das Zusammenklumpen auf engstem Raum hatte für die Gruppenchemie auch positive Effekte. Man konnte sich endlich einmal ausführlich über Wetterphänomene und Begriffsfragen unterhalten (Marko: "Gibt‘s Namen für so einen Flutregen?" – Sven: "Monsun" – Markus: "Sturzregen").

Und man hatte hautnahen Kontakt zur Tierwelt. Als sich ein paar Schlangen und Spinnen in das Telefonhäuschen verirrten, sprangen sich alle in kollektiver Panik auf den Arm, und Claudia nutzte die Gelegenheit, um einem Ranger auf den Hintern zu glotzen.

Das Nachtasyl wurde sogar zum Schauplatz eines waschechten Samuel-Beckett-Dialogs. Als Elena eine Ameisenstraße entdeckte, sagte sie: "Ameisen sind so arm, die kann man so schnell umbringen." Anastasiya entgegnete vieldeutig: "Menschen kann man auch schnell umbringen."

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