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Dschungelcamp 2022, Tag 6 "Ich weiß, dass mich alle scheiße finden" – Anouschka Renzi schummelt und schimpft

Anouschka Renzi
Die schwarze Witwe des Dschungelcamps: Anouschka Renzi.
© RTL
Pfeif auf die "Regels": 85-mal verstießen die Camper gegen die Hausordnung und mussten sich zur Strafe von einem Luxusartikel trennen. Derwisch-Diva  Anouschka Renzi versuchte zu tricksen und flog auf. Was danach folgte, war eine Verwünschungstirade epischen Ausmaßes.
Von Mark Stöhr

Als die Sozialdemokratie noch swaggy war, war die Welt ein Wuschkonzert. Abi auf dem fünften Bildungsweg, come on, eine Gehirnzelle hat jeder. Bei Filip Pavlovic beißen selbst die Sozis auf Granit. Okay, er hat mal in einer anderen Reality-Show Paul Janke k.o. geschlagen. Das war sauber abgeliefert, danke nochmal dafür. Auch sein bubihaftes Lächeln findet die eine oder andere Anhängerin im Alpenraum. 

Aber was steckt sonst in dem 28-jährigen Beau? Alle Bohrungen sind bislang ergebnislos geblieben. Und wenn man denkt, Rap geht bei so Abhänger-Typen immer – Fehlanzeige Filip. Sein Freestyle in der Folge gestern war der talentfreieste Vortrag in der Geschichte des Genres. Um seinen potenziellen Ambitionen auf diesem Feld nicht gleich den Stecker zu ziehen, zitieren wir nur die stärkere, zweite Strophe. "Jeden Morgen kommt die Linda, wird uns wachrufen / Manuel hat einen großen Penis, deshalb geht er nackt duschen."

Varianten der Verbitterung

Das war der erste schmerzhafte Moment der Show. Für den zweiten sorgte Anouschka Renzi. Die schwarze Witwe des Dschungelcamps, bei der mit jedem Tag offenbarer wird, dass die Schönheitschirurgie eine Schönwetterdisziplin ist, die vielleicht in Innenräumen hält, was sie verspricht, im freien Gelände aber auf ganzer Linie versagt – die olle Renzi also spielte strassbergmäßig alle Varianten der Verbitterung durch. Im Vorabendprogramm nicht mehr erwünscht, im Dschungel gehasst. Ihre durchaus hellsichtige Analyse: "Ich weiß, dass mich alle scheiße finden, aber ich sie auch."

Mit ihren am Wahn kratzenden Wutausbrüchen knüpft die 57-Jährige immer mehr an die bipolaren Performances von Ramona Leiß anno 2012 an, die Dirk Bach damals mit dem schönen Titel "Wechseljahre einer Kaiserin" überschrieben hatte. Als die aktuelle Trümmertruppe wegen sage und schreibe 85 Regelverstößen in fünf Tagen zum Strafrapport antreten musste, braute sich in der Renzi ein episches Gewitter zusammen. Alle lieferten brav einen ihrer beiden Luxusartikel ab. Harald Glööckler opferte sein Kissen und behielt stattdessen sein Mundspray, weil er weiß, dass guter Spirit nur mit frischem Atem funktioniert. Und Anouschka Renzi? Versuchte den Supreme Court auszutricksen, indem sie vier Ohrstöpsel abgab, zwei aber versteckte. Der Betrug flog logischerweise auf.

Zahngate und "Schrotto-Lotto"

Was nun folgte, ist mit Paranoia nur ungenügend beschrieben. Die Renzi drehte völlig ab. Erst schrie sie herum, was das für eine "Scheißshow" sei und von was für einem "Scheißdreck an Menschen" sie umgeben sei, ehe sie Tina Ruland bezichtigte, sie bei der Spielleitung verpfiffen zu haben. Das dreimalige Playmate verstand die Welt nicht mehr. Erst am nächsten Morgen kam Renzi wieder zur Besinnung und versuchte es mit einem ziemlich lieblosen Sorry. Es entsponn sich ein Dialog wie aus dem Lehrbuch für verfehlte Kommunikation. Ruland: "Du hast mich vor versammelter Mannschaft der Denunziation beschuldigt. Ich kann deine Entschuldigung nicht annehmen." Renzi: "Mir reicht’s, mehr kann ich nicht machen, ich muss aufs Klo."

In dieser hochdramatischen Gemengelage schrumpfte Taras Zahngate zu einem Nebenplot, was das österreichische Fußmodel naturgemäß anders sah. "Fuck mein Leben, ich sterbe", wimmerte sie, als ihr beim Zahnseidespachteln eine Krone herausfiel. Ein südafrikanisches Zahnärzteteam konnte den Fauxpas gerade noch rechtzeitig flicken, ehe sie zusammen mit Linda zur Dschungelprüfung antreten musste. Dort wurde Taras wiedergewonnenes Lächeln beim "Schrotto-Lotto" von einer schleimigen Brühe getrübt, die so abartig stank, dass ein Ranger sich übergeben musste. Das gab es auch noch nie. Heute ist ein Trio dran: Linda, Jasmin – und die Renzi, die für den Anlass sicherlich neue Verschwörungstheorien und Verwünschungen präsentiert.

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