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Dschungelcamp Tränen, Tratsch und Fluchtgedanken - endlich!

Tag 4 im Dschungelcamp und man darf sich endlich über ein bisschen liebgewonnene Routine freuen: Der eine will raus (Sydney), das andere nicht (Sie wissen schon) und am nächtlichen Lagerfeuer lässt Kattia nach einer Liebesbeichte die Hosen runter.
Ingo Scheel

Da stellen wir uns heut’ mal janz dumm und fragen: Wat macht eigentlich der Negroni, wenn er mal frei hat? Ganz einfach: Er schreibt natürlich Songs. Auch eher aus der Rubrik "einfach": Seine Titelwahl. Das eine Lied da neulich zum Beispiel, das heißt - ich hoffe, Sie sitzen - es trägt tatsächlich den Titel - sind Sie bereit? - es heißt "Only You". Nun ist es raus. Only You. Nur du. Wovon es denn wohl handelt, will Kattia von ihm wissen. Die beiden haben Nachtbereitschaft und tun das, was man so macht, wenn man down under das Wachkoma der Mitinsassen beaufsichtigen soll: Die großen Themen verhandeln.

Also - worum geht es in dem Lied? Natürlich um Liebe, genauer gesagt, um die eine Frau, die die Einzigste ist, genau, die Einzigste, die man mal ein bisschen mehr als die anderen gemocht, geliebt, geherzt hat. Das Problem war nur, dass diese Dame - Daniele macht Anführungszeichen mit den Fingern - ein "Fan von ihm" war. Fan in Anführungszeichen - man denkt ja sofort, das sind die beim Negroni doch immer, aber spaßen wir nicht, wenn es um die Liebe geht. Kattia nimmt die Sache schließlich auch ernst und macht Hoffnung auf einen Relaunch, ihre These: Wenn zwei Menschen füreinander bestimmt sind, dann sind sie füreinander bestimmt.

Kattia Vides lässt die Hüllen fallen

Doch kaum hat sie das große Wort ausgesprochen, da springt die kapriziöse Kolumbianerin plötzlich auf, als wäre ihr Escobars Geist erschienen, und kratzt sich, kein Scherz, das Hinterteil in der Hose. Nicht einmal, nicht zweimal, nein, ununterbrochen, immer tiefer ragt sie in die Buxe, mittlerweile mit dem ganzen Arm, ächzt und stöhnt - "Oooah, mein Arsch" - und lässt die Chinos plötzlich auch noch Richtung Knöchel runterrasseln. Negroni natürlich völlig verdattert, eben noch Lebenshilfe wie aus Domians Pillenschränkchen, jetzt Arschparade mit Unterboden-Beleuchtung. "Siehst du was?" fragt die panische Poseuse, aber nichts da. Der Juckreiz geht so schnell, wie er gekommen war. Im Handumdrehen ist der Veitstanz schon wieder vorbei. Wo waren wir stehengeblieben? Lieder? Liebe? Auch egal.

Andernorts brechen sich dagegen langsam die üblichen Gefühle Bahn und man ist der Minderleister-Riege ja schon dankbar, wenn sie ein paar der über die Jahre gelernten Aggregatszustände nach Art des Hauses nachempfindet. Dauerprüfling Matthias Mangiapane etwa, der einfache Zahlen kaum noch auseinanderhalten kann, zetert sich vor seiner vierten (wir haben mitgezählt) Dschungelprüfung um Sinn und Restverstand, um sich anschließend, nach einer Schnitzeljagd durch das nachgebaute Weiße Haus des US-Präsidenten, den Allerwertesten über fünf geholte Sterne abzufreuen. Apropos Weißes Haus: Wer mitten in die Sendung reingezappt hat, womöglich genau beim Matthes auf Sternsuche, dürfte flugs nachgeschaut haben, ob er sich beim Tablettendispenser vergriffen hat, oder doch bei CNN gelandet ist: An einer Stelle des Parcours steht ein Kamel mit Donald-Trump-Perücke.

Dschungelcamp: Reis mit Bohnen und Bohnen mit Reis

Der Rest im Schnelldurchlauf: Jenny fährt ihren üblichen Moralischen. Der Grund: Immer muss sie sich beweisen, obwohl sie doch total fleißig ist und total viel macht, mit Youtube und mit Online und so. Wirklich dramatisch wird das jedoch nicht. Es reicht ein ganz kurzer Beschwichtigungstourette von Taschi Ochsenknecht und schon sind die Tränen wieder getrocknet. Bei einem anderen Bewohner dauert es ein bisschen länger. Sydney Youngblood, zermürbt von Bohnen mit Reis und Reis mit Bohnen, von Reis mit Reis und Bohnen mit Bohnen, ist der erste, bei dem die Dämme so richtig brechen. Nix ist mehr mit Sit and Wait, wenn Sidney only could, he would das Lager verlassen, weil er seine Liebste doch so, so, so sehr vermisst. Only You. Bu-huu, bu-huu - und dann noch nicht mal Tschüss gesagt. Am Ende beruhigt Syd sich jedoch auch wieder und entscheidet sich dafür, die ganze Sache doch erstmal weiter auszusitzen.

Und dann waren da noch die üblichen Probleme vor dem mit loser Hand zusammengetackerten Sanitärbereich, zur Feier des Tages, weil endlich mal ein bisschen was los war im Dschungel, in Liedform. Wer mitsingen möchte: Die Originalmelodie stammt ursprünglich von einem Kinder-Hörspiel, das sie bestimmt kennen: 

"Schüsseln klappern

Damen flüstern

winden sich aus ihren Schlüpfern

krumm ins Örtchen rein

wer kann das wohl sein?

Das sind Sandra und Tina

haben Stress an der Latrina

sie peinigt der Wind,

sie furzen geschwind,

weil sie auf Bohnen sind,

voll auf Bohnen sind."

Sollte Daniele, dem Songwriter-Manufakten, vielleicht irgendwann mal eine B-Seite fehlen - der Rest des Textes wäre schnell geschrieben. Also: Bei Bedarf bitte melden. In die Dschungelprüfung wurde übrigens Frau Ochsenknecht gewählt. Und der Matthias darf natürlich auch mit. 


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