HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Halbzeit im Dschungelcamp: Wer nervt. Wer überrascht. Wer gewinnt

Keine Intrigen, keine Abgründe, zu viel Stuhlgang: Das Dschungelcamp 2017 mag bislang nicht recht zünden. Das liegt vor allem an Gähn-Kandidaten wie "Icke" Häßler oder Nicole Mieth. Doch es gibt Hoffnung.

Dschungelcamp - Halbzeit

Im Dschungelcamp zieht Sarah Joelle Jahnel Grimassen, während Kader Loth in der Hängematte liegt. Ein Höhepunkt.

"Tag vier und noch keine Brüste im Camp." So titelte die "Bild"-Zeitung am Dienstag. Das Blatt beschwerte sich darüber, dass "Busenflaute im Dschungelcamp" herrsche und forderte: "Die Titten-Quote muss erhöht werden." Doch Busen alleine sind nicht der Grund, warum das Dschungelcamp 2017 nicht recht zünden mag.

Die Einschaltquoten sind mit sechs bis sieben Millionen und Marktanteilen von im Schnitt 30 Prozent zwar stattlich, doch richtig Fahrt will die elfte Staffel von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" nicht aufnehmen. Stattdessen herrscht oft Langeweile - da wird selbst die Egestion von Hanka Rackwitz zum Höhepunkt.

Wer soll Dschungelkönig werden?

Stimmen Sie ab!

Im Dschungelcamp fehlen die Intrigen

Woran das liegt? Es gibt zu wenige Themen, zu wenige spannende Persönlichkeiten. Die Sarah Knappiks, die Larissa Marolts und Winfried Glatzeders dieser Welt fehlen. Keine Intrigen, keine Nervenzusammenbrüche, keine Abgründe. Dazu kommt, dass viele Zuschauer sich an den Ekelprüfungen bereits satt gesehen haben. Krokodilspenis, Schafshoden und Buschschweinsperma rufen beim abgestumpften Publikum nur noch ein müdes Schulterzucken hervor.

Hinzu kommt die Freudlosigkeit einiger Kandidaten. Nicole Mieth, Thomas Häßler und Fräulein Menke zeigen so viel Eloquenz wie ein australisches Dreifinger-Faultier. Sie frönen einem Triathlon aus schlafen, essen und schlafen, wohlwissend, dass sie ihre Zeit im Dschungel nur absitzen müssen, um ihr stattliches Salär zu erhalten. Gähn!

Hanka Rackwitz macht Hoffnung auf Besserung

Doch noch gibt es Hoffnung für das Dschungelcamp 2017. Vor allem wegen der Frau mit den Ticks: Hanka Rackwitz. Die TV-Maklerin, die keine Türklinken anfassen kann und ein Leben unter Zwängen führt, setzt die Zuschauer in Erstaunen. Erstens, weil das Ausmaß ihrer Störungen gewaltig zu sein scheint. Zweitens, weil sei bislang im Dschungelcamp erstaunlich gut damit klar kommt.

Auch wenn Rackwitz lieber in den Bach oder die Palme pinkelt: Sie stellt sich ihren Ängsten. Bei den Dschungelprüfungen gibt sie mit Hinweis auf ihre Angststörungen nicht klein bei, sondern kämpft. Ein weiterer Vorteil der 47-Jährigen ist ihre Authentizität. Im Gegensatz zu den schönheitsoperierten Mitcampern scheint sie keine Rolle zu spielen. Sie ist die Hanka von nebenan, mit der viele mitfühlen und mitfiebern kann.

Kader Loth kann Rackwitz noch gefährlich werden

Wer könnte ihr noch gefährlich werden? Kader Loth vielleicht. Die bereits als Reality-TV-Tante abgestempelte Berlinerin zeigt Selbstreflexion. "In einem Jahr sind wie alle vergessen - wie die Kakerlaken", sagte Loth, die sich nicht auf ihren Dschungelerfolg verlässt. Sie gestand, einem ganz normalen Job als Sekretärin nachzugehen. So viel Vernunft hätte ihr wohl kaum einer zugetraut.

Chancen auf die Dschungelkrone wahren auch Marc Terenzi und Gina-Lisa Lohfink. Der Stripper-Boy spielt seine Sympathiepunkte aus. Der vierfache Vater könnte außerdem mit seiner Leidensgeschichte (kein Job, kein Geld, keine Ahnung wie's weiter gehen sollte) Anrufer locken. Bei Lohfink wird es schon kniffliger. Sie müsste aus ihrer Opferrolle ausbrechen und endlich Stellung beziehen. Dann könnte sie die Emmas dieser Nation hinter sich vereinen.

Hanka Rackwitz hält sich mit beiden Händen eine Tupperschale vor ihr Gesicht