Hannelore Elsner in "Lüg weiter, Liebling" "Es ist ein schönes Märchen"


Gabriela Zerhaus Komödie "Lüg weiter, Liebling" handelt vom späten Liebesglück zweier Menschen. Es ist der erste Film, in dem Götz George und Hannelore Elsner gemeinsam vor der Kamera stehen.

Ihr Schoßhündchen Bijou beißt auf dem Friedhof in sein Sakko. So lernt Hape (Götz George, 71) die reiche Witwe Martha (Hannelore Elsner, 67) kennen. Er wickelt sie mit seinen Schwindeleien ein und reist mit ihr schließlich ganz romantisch nach Südfrankreich. Aber kann es für das Lügenmärchen noch ein Happy End geben? Gabriela Zerhaus Komödie "Lüg weiter, Liebling" handelt vom späten Liebesglück zweier Menschen.

Es ist der erste Film, in dem die beiden Schauspieler gemeinsam vor der Kamera stehen. Er läuft im ZDF am 3. Mai (20.15 Uhr) als "Fernsehfilm der Woche". Im Interview in Berlin spricht Hannelore Elsner über den Film, ihre Zeit im Internat, ihren Glauben und verrät, wie oft sie schon nach ihrem Alter gefragt worden ist.

Der Film wirkt, als habe er Ihnen viel Spaß gemacht. Sie haben zum ersten Mal gemeinsam mit Götz George gedreht - wie war das?
Das war sehr schön, das war einfach ein gegenseitiger Respekt und ein gegenseitiges Erkennen. Es war auch schön, dass wir die gleiche Sprache gesprochen haben. Dann kann man sich einlassen.

Was hat für Sie den Reiz der Geschichte ausgemacht?


Es ist ein schönes Märchen. Da sitzt so eine Eisprinzessin in ihrem Eispalast und fühlt sich sehr alleine, ist innerlich ein bisschen erstarrt. Sie umgibt sich zwar mit schönen Dingen, aber die haben alle kein Leben mehr. Und dann kommt so ein Hallodri, ein Prinz und verführt sie mit seinen Geschichten, seiner Intelligenz, seinem Lächeln und seinen Schwindeleien, die sie natürlich schnell durchschaut. Es ist ein Spiel - und sie spielt das Spiel mit.

Sind Sie gut darin, Lügen zu erkennen?


Ja. Ich erkenne das an den Dingen, die zu viel sind - zu viel Neutralität, zu viel Lächeln.

Es geht im Film um ein spätes Glück - muss man zu zweit sein, um glücklich zu sein, oder geht das auch alleine?


Es ist praktischer, wenn man auch alleine glücklich sein kann, aber es ist schöner zu zweit.

Ist die Komödie die Königsdisziplin?


Ich liebe es. Es ist eigentlich schade, dass ich das nicht öfter spiele. Zum Beispiel "Alles auf Zucker" - das war so eine Freude, das zu spielen, ich war die ganze Zeit fröhlich und glücklich. Genauso war das in diesem Film. Und dann gibt es Rollen, die mich so beschweren, im wahrsten Sinne des Wortes, bei denen ich meine Seele, mein Herz, meinen Verstand richtig verrenken muss.

Wie sehen Ihre Rollengebote aus? Es gibt ja oft die Klage, es gebe in Deutschland keine guten Drehbücher.


Was mich betrifft: Mir geht es richtig gut.

In Filmen wie "Alles auf Zucker" sind Sie blond gefärbt, in "Kirschblüten" ungeschminkt. Sie haben Mut zur Hässlichkeit, sind Sie nicht eitel?


Doch, das bin ich. Ungeschminkt ist nicht hässlich. Wenn ich zum Beispiel zum Deutschen Filmpreis gehe, soll ich da in Jeans herumrennen? Ist doch klar, dass ich mich da hübsch mache, wie jede Frau, oder?

Sind Sie privat ein DVD-Typ oder gucken Sie in Echtzeit Fernsehen?


Ich gehe am liebsten ins Kino.

In der Verfilmung von "Hanni und Nanni" spielen Sie eine Internatsdirektorin. Welche Erinnerung haben Sie an Ihre eigene Internatszeit?


Was die Mädchen im Film treiben, habe ich alles erlebt, diese Scherze, kleinen Geheimnisse und Hinterhältigkeiten. Mein Internat der "Englischen Fräulein" war katholisch. Alles hatte etwas mit Schuld und Unschuld, mit Keuschheit und Unkeuschheit zutun - obwohl wir alle noch so klein waren.

Wie hat Sie das geprägt, haben Sie einen Widerwillen gegen die Kirche entwickelt?


Ich bin mit 20 aus der Kirche ausgetreten. Von einem Widerwillen kann ich nicht reden, es hat mich schon sehr geprägt. Ich habe einen tiefen Glauben in mir, aber der kam eher durch meine Oma. Wie sie geglaubt hat, hat mir gefallen. Ihr Glaube war nicht bigott, sondern praktisch und bäuerlich. Sie hat mit ihrem Glauben ihr nicht einfaches Leben gemeistert.

Wo ziehen Sie die Grenze, was die Öffentlichkeit über Sie erfahren darf, machen Sie Homestorys?


Ich habe noch nie eine Homestory gemacht. Das mag ich nicht. Ich empfinde das als Übergriff in meine Privatsphäre.

Wie oft sind Sie schon zum Thema Alter befragt worden?


Seit ich 24 bin. Da wurde ich gefragt, ob ich Angst davor hätte, 25 zu werden. Da können Sie es sich ja ausrechnen.

Caroline Bock, dpa DPA

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