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Film zum 50. im ZDF Kerkeling bekommt "Keine Geburtstagsshow!"


Zum 40. spendierte ihm die ARD eine Gala, die er selber moderieren durfte. Zum 50. wollte Hape Kerkeling nicht schon wieder eine Show - nun schenkt ihm das ZDF einen Film. In dem er selbst mitspielt.

Bitte keine Gala, so lautete sein Wunsch. Denn die gab es bereits vor zehn Jahren zu seinem 40. Geburtstag - und seitdem ist Hape Kerkeling ein gesetzterer Mann geworden. Und so spielt der Entertainer, Komiker und Autor im ZDF-Film "Hape Kerkeling: Keine Geburtstagsshow!", der am Wochenende läuft, mit seiner mutmaßlichen Abneigung gegen großes Gedöns rund um seinen 50. Geburtstag. Zu sehen ist der 60-minütige Beitrag, den der Sender "Comedy-Doku" nennt, am Samstag bei ZDFneo (20.15 Uhr) und am Sonntag im ZDF (22.00 Uhr) - dann in Konkurrenz zum Polittalk "Günther Jauch" im Ersten.

Vor zehn Jahren war die ARD-Geburtstagsparty-Show "Happy Birthday, Hape!" mit Kollegen wie Ottfried Fischer oder Anke Engelke zur besten Sendezeit am 9. Dezember (Kerkelings eigentlichem Geburtstag) Quotensieger. Etwa sechseinhalb Millionen Menschen schalteten damals ein. Die Frage ist, ob der eigenwillige Film zum 50., der laut ZDF "drei unterschiedliche Erzählweisen auf humorvolle, berührende und ganz neue Art miteinander vereint", eine ebenso hohe Quote erreicht.

Was es zu sehen gibt:
Gemeinsam mit Gero von Boehm und Micky Beisenherz hat Kerkeling einen Film über wichtige Stationen und Ereignisse seines Lebens gedreht. Er ist ins Ruhrgebiet gefahren, den Ort seiner Kindheit, und noch einmal ins spanische Santiago de Compostela, Zielstadt des Jakobswegs. Seine Pilgerwanderung dorthin verarbeitete er in seinem millionenfach verkauften Selbstfindungsbestseller "Ich bin dann mal weg". Natürlich gibt es auch alte Ausschnitte und ein Wiedersehen mit Szenen als Königin Beatrix, als "Hurz!"-Sänger, Siegfried Schwäbli oder Gisela.

Eingebettet ist das Ganze in Sketche, die die angeblichen Vorbereitungen zu einer Kerkeling-Geburtstagsshow im Berliner Friedrichstadtpalast zeigen. Die Rolle der Moderatorin bei den Proben zu dieser vermeintlichen Show hat Barbara Schöneberger übernommen. Sie versucht sich dabei auch kurz als Helene Fischer. Die Proben zur Show enden in einem Desaster. Und Kerkeling geht mit Schöneberger lieber essen. In Nebenrollen treten auch selbstironisch die Sänger und Ex-Dschungelkönige Costa Cordalis und Joey Heindle auf.

Was Kerkeling dazu sagt:
"Es ist eine leichtfüßige Dokumentation und eine kleine Werkschau darüber, was ich in den letzten 30 Jahren so alles verbrochen habe - an Gutem und durchaus weniger Gutem", erklärte Kerkeling in einem "Hörzu"-Interview. "Es wird neue Sketch-Einblendungen geben, in denen ich drei Figuren spiele: den Regisseur einer Gala, die nie stattfinden wird, meinen Manager und eine Boulevardjournalistin."

Die aufdringliche und am Ende betrunkene Journalistin könnte man für "Bunte"-Chefin Patricia Riekel halten - auch wenn sie vom Medienpreis Dumbo (nicht Bambi) spricht. Kerkeling sagte dazu - gefragt von der "Hörzu", ob das Absicht sei: "Dass ich mit einer blonden Perücke nun mal aussehe wie Frau Riekel, dafür können wir beide nichts."

Fazit:
Wer Sympathie für Hape Kerkeling hat, und das sind ja bekanntlich viele, wird auch diese eher ruhige und neuartige Form der Hommage mögen. Sie verbindet alles, was den Entertainer auszeichnet: "Witzischkeit", Verwandlungskunst und Nachdenklichkeit. Fans können sich außerdem auf ein kurzes Wiedersehen mit dem stellvertretenden Chefredakteur des "Grevenbroicher Tagblatts", Trenchcoat-Journalist Horst Schlämmer, freuen. Die Rahmenhandlung mit den Gala-Proben wirkt jedoch stellenweise gestelzt und hätte lustiger gelingen können.

"Hape Kerkeling: Keine Geburtstagsshow!" läuft am Samstag, 29. November, um 20.15 Uhr bei ZDFneo und am Sonntag, 30. November, um 22 Uhr im ZDF.

von Gregor Tholl, DPA DPA

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