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Harald Schmidt im stern-Gespräch "Was kann ich dafür, dass ich so gut bin?"


Seine erfolgreichen Zeiten liegen lange zurück, doch es schert ihn wenig. Harald Schmidt startet bald neu auf Sat.1 - und trumpft im stern schon mal groß auf.

Die Zeiten, in denen er der TV-Lautsprecher der deutschen Intelligenz war und als "kultig" abgestempelt wurde, liegen weit zurück. Harald Schmidt plauderte und tönte zuletzt auf der ARD - ob mit oder ohne Oliver Pocher - häufig fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Einschaltquoten enttäuschten, der Einfluss des Late-Night-Meisters schwand. Auf Sat.1, Schmidts alten und neuem Sender, will der TV-Entertainer vom 13. September an wieder durchstarten, talkt dort zweimal die Woche - und zeigt sich vorab im Interview im neuen stern gewohnt bescheiden: "Late Night wird in Deutschland mit mir zu Ende gehen. Was kann ich dafür, dass ich so gut bin?"

Er schaue sich den Markt in seiner Branche an, sagt Schmidt, und frage sich: "Wer ist da? Ich schaue nach links. Ich schaue nach rechts. Nach oben zu schauen ist sowieso sinnlos. Ich sehe niemanden!" Auch seine wenig erfolgreiche Zusammenarbeit mit der ARD in den vergangenen Jahren habe an seiner Ausnahmestellung nichts geändert, meint Schmidt. "Im Grunde gibt es für mich nur noch in der Welt des Fußballs Vergleichsmöglichkeiten. Man bleibt Real Madrid, auch wenn man mal fünf Jahre nicht die Champions League gewinnt."

Für den Rest seines Berufslebens habe er keine weiteren Pläne mehr, meint Schmidt: "Die Restlaufzeit wird komplett in die Late Night investiert. Ich trete konsequent in Wettlauf mit meinen Herzkranzgefäßen." Bei Sat.1 sei er angesichts der aktuellen Wirtschaftslage endgültig am Ziel angelangt: "Die soziologische Entwicklung arbeitet für mich: Alles bricht demnächst zusammen, da bin ich bei Sat.1 genau richtig." Seine erste Sendung auf Sat.1, wo Schmidt vor allem in den Neunzigern große Erfolge feierte, werde zugleich seine 1634. Late-Night-Show sein - damit habe er bereits heute die Amtszeit von Helmut Kohl übertroffen.

Für den Altkanzler findet der Moderator im stern nur lobende Worte: "Ich bin im Laufe der Jahre ein wahnsinniger Fan geworden. Wenn ich sehe, wem jetzt alles die Düse geht, nur weil mal 'ne Sparkasse wackelt ... Das wäre früher alles ganz anders gelaufen." Außerdem begeistere ihn die "Trias Dr. Kohl, Maike Richter und Kai Diekmann": "Da versteht man plötzlich, warum heute noch Shakespeare gespielt wird."

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