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Momente der TV-Geschichte Als Dieter Thomas Heck von Harald Schmidt versetzt wurde

Dieter Thomas Heck bei "Schmidteinander"
Dieter Thomas Heck war am 21. März 1993 zu Gast bei "Schmidteinander" - und wurde von den Gastgebern versetzt.
© ARD
Kurz bevor Dieter Thomas Heck bei "Schmidteinander" das Studio betrat, verließ Harald Schmidt die Bühne - und ließ seinen Gast allein. Dem standen quälende Minuten bevor.

Bevor Harald Schmidt die Late-Night-Show in Deutschland etablierte, sammelte er in mehreren Sendungen TV-Erfahrung. Seine wohl beste war "Schmidteinander". Zusammen mit seinem kongenialen Partner Herbert Feuerstein zündete er damals ein Feuerwerk an neuen Ideen und Formaten - und nahm sich für die damalige Zeit ungekannte Respektlosigkeiten gegenüber den Gästen heraus. 

Am schlimmsten bekam das Dieter Thomas Heck zu spüren, der im März 1993 eingeladen war. Kurz bevor der langjährige Moderator der "ZDF-Hitparade" hereinkam, verschwand Harald Schmidt - unter dem Vorwand, schnell die Gitarre zu holen. "Beeil dich bitte", rief ihm sein Assistent Feuerstein nach. Doch der Gastgeber blieb für längere Zeit weg, die Kamera zeigte ihn, wie er hinter der Bühne durchs Schlüsselloch seiner Tanzgruppe linste, der Hupfdolls.

So kümmerte sich niemand um den Gast, der mittlerweile das Studio betreten hatte. Feuerstein bearbeitete irgendwelchen Papierkram, während Heck allein auf der Bühne saß und sich von Sekunde zu Sekunde unwohler fühlte. "Wie geht's?", versuchte es Feuerstein mit Smalltalk. "Danke schön, gut". "Wie war der Flug." - "Danke danke, in Ordnung. Bin aus Berlin gekommen."

Harald Schmidt lässt Dieter Thomas Heck allein

Nach einer kurzen Pause frage dann Feuerstein: "Wo sind Sie denn hergekommen?" - "Aus Berlin." "Oh, toll." Mittlerweile war der Gast aus Langeweile dazu übergegangen, sich die Brillengläser zu putzen. Spätestens bei der nächsten Frage wurde ihm klar, dass ihm hier übel mitgespielt wurde. Ob er etwas trinken wollte. Heck bejahte, doch erhielt als Antwort: "Wir haben aber nichts."

Daraufhin verließ auch Feuerstein die Bühne, um Harald Schmidt zu suchen. Dieter Thomas Heck wippte mittlerweile nervös mit seinem Stuhl. Die Sekunden mussten sich für ihn angefühlt haben wie Minuten. Dann rief ihn die Studioregie aus: "Herr Heck, Ihr Wagen wartet draußen."

Heck bewahrte die Conenance: "Das ist nicht 'Schmidteinander', das ist durcheinander" - mit diesen Worten verabschiedete sich der Gast. In der Sekunde, wo er die Bühne verlassen hatte, stürmten Schmidt und Feuerstein ins Studio und machten die Demütigung perfekt.


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