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"Hart aber fair": Von der SPD zur AfD gewechselt: "Bei Leuten wie Reil kriege ich Ausschlag"

Bei "Hart aber fair" ging es um Merkels Flüchtlingspolitik. Gast Guido Reil, früher ein leidenschaftlicher SPD-Mann, der zur AfD wechselte, hat die Talkrunde aufgemischt - das sind die Reaktionen im Netz.

Hart aber fair: Gast Guido Reil

Der Kommunalpolitiker Guido Reil verließ die SPD Richtung AfD und war am Montag zu Gast bei "Hart aber fair"

Guido Reil ist laut eigener Aussage immer noch ein echter Sozialdemokrat von Schrot und Korn. Das behauptet der Mann aus dem nördlichen Essener Stadtteil Karnap zumindest. Immer habe er sich für die einfachen Arbeiter und die sozial Schwachen eingesetzt, sagt er in der Talkrunde von "Hart aber fair" zum Thema "Fluchtpunkt Deutschland - hat Merkel ihre Bürger überfordert?", zu der ihn die Redaktion von Moderator Frank Plasberg eingeladen hatte. 26 Jahre war er SPD-Mitglied, zuletzt Mitglied der Essener Ratsfraktion. Dann hat er seine Partei verlassen und ist zur AfD gewechselt. Wegen der Flüchtlingspolitik.

Reil liefert typischen AfD-Sprech

Reil lieferte das, was er in der Talkrunde liefern sollte, und spielte den Gegenpart zu den anderen Gästen. Er schilderte die angeblich unhaltbaren Umstände des Flüchtlingslagers in Essen-Karnap mit immer noch 2000 Menschen. Er sagte, das Multikulti gescheitert sei, dass es bergab gehe mit Essen und dass er in so einem Land nicht leben möchte, wo sexuelle Übergriffe in Freibädern an der Tagesordnung seien. Das tat er mit der Legitimation eines Kommunalpolitikers, der die Verhältnisse vor Ort genau kennt, und deshalb nichts als die Wahrheit sage. Es war reiner AfD-Sprech, bei dem echte Probleme (z.B. bei der Unterbringung der Flüchtlinge und fehlende Wohnungen) mit Vorurteilen vermengt wurden. Die anderen Gäste waren Gesine Schwan, die mal von der SPD für das Amt des Bundespräsidenten nominiert war, Kanzleramtsminister Peter Altmeier von der CDU, Politik-Professor Herfried Münkler und der österreichische Innenminister Wolfgang Sobotka von der ÖVP. Sie widerlegten die Behauptungen Reils mit überzeugenden Argumenten und deckten die Widersprüche auf (z. B. die Aussage "Ich bin und bleibe Sozi und das in der AfD").

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Im Netz gingen die Meinungen selbstverständlich auseinander. Die Äußerungen spiegeln die Spaltung in Deutschland wider. Sie zeigen, wie weit die Positionen in der Flüchtlingsfrage voneinander entfernt sind. Reil erhielt viel Zuspruch, aber in vielen Tweets wird Reil auch scharf kritisiert oder die Twitternutzer machten sich über ihn lustig.

Hier eine Auswahl von Tweets aus beiden Meinungslagern.

Die negativen Reaktionen:







Die positiven Reaktionen:








tis