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Jubiläums-Tatort: Lena Odenthal in Todesangst

Ulrike Folkerts ist Deutschlands dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. An diesem Sonntag kommt ihr 50. Fall auf den Bildschirm. Die Dreharbeiten unter Wasser waren eine Strapaze. Ans Aufhören denkt Folkerts trotzdem nicht.

Zum Jubiläum spürt die Kommissarin den "Hauch des Todes". In ihrem 50. "Tatort" muss die Ludwigshafener Ermittlerin Lena Odenthal um ihr Leben fürchten. Sie gerät in die Fänge eines Serienmörders. Für Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts (49) eine schauspielerische Herausforderung. "Hauch des Todes" wird diesen Sonntag (22. August) um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Für die in Berlin lebende Folkerts ist die Jubiläumsfolge etwas Besonderes. "50 ist eine gute Zahl. Ein schöner Zwischenstand auf dem Weg zur 100." Folkerts, die im kommenden Jahr 50 Jahre alt wird, ist Deutschlands dienstälteste "Tatort"-Kommissarin. Sie spielt seit 22 Jahren die Kommissarin Lena Odenthal. Seit 14 Jahren hat sie den Schauspieler Andreas Hoppe an ihrer Seite. Der 50-Jährige verkörpert den eigenwilligen Assistenten Mario Kopper. Bei Fans gelten die beiden, die sich seit der Schauspielschule kennen, als Kult-Duo.

"Bei diesem Tatort bin ich an meine psychischen Grenzen gestoßen", sagt Folkerts. Lena Odenthal hat Todesangst. "Für mich als Schauspielerin eine extreme Herausforderung, dies glaubwürdig zu spielen." Die Dreharbeiten, erzählt Folkerts, waren mit extremen Strapazen verbunden. Das mörderische Finale wurde unter Wasser gedreht, in einer Taucherglocke auf dem Grund des Rheins bei Ludwigshafen.

Auf das Ergebnis ist Folkerts stolz. Der 90-Minuten-Film nach einem Buch von Jürgen Werner in der Regie von Lars Montag sei spannungsgeladen, bewegungsreich und emotional. Erstmals bekommt auch Odenthals Kater Mikesch, der sich fast 50 Folgen lang mit einer Statistenrolle begnügen musste, einen größeren Part.

Folkerts blickt nach 22 "Tatort"-Jahren und 50 Folgen gerne zurück. Mit einem Augenzwinkern schaut sie sich alte Folgen an. "Allein, wenn ich meine Frisur von damals und die Kleidung sehe, muss ich schmunzeln." Trat sie anfangs noch im femininen Kostüm vor die Kamera, wurde ihre Rolle mit der Zeit cooler und härter. Folkerts erarbeitete sich den Ruf als "weiblicher Schimanski". Von anderen TV-Kommissaren hebt sie sich damit ab. Kennzeichnend ist, dass ihre Krimis immer in Bewegung sind.

"Die Rolle und auch ich persönlich haben in den 22 Jahren einige Wandlungen durchgemacht. Wir haben viel gelernt und sind wohltuend gereift", sagt Folkerts. "Besonders freut mich, dass wir viel experimentieren konnten, mit Themen und Formaten."

Ein herausragendes Beispiel ist die Folge "Tod im All" mit Nina Hagen und Dietmar Schönherr, die 1997 auf den Bildschirm kam und für Diskussionen sorgte, weil sie nicht dem Bild eines klassischen Krimis entsprach. Unter der Regie von Nico Hofmann ging es um Außerirdische. Zum Ende des Films ließen sie einen Wasserturm ins All schweben. Debatten gab es meist auch, wenn Folkerts thematisch heiße Eisen anpackte.

Ans Aufhören denkt Folkerts nicht, sie hat spürbar Spaß an der Rolle. "Ich bin stolz, dass ich schon so lange und erfolgreich dabei bin." Für die kommenden Jahre gebe es genügend spannende Geschichten, die sie drehen möchte. Ihr Assistent sieht das ähnlich. Auch er wird dem "Tatort" die nächsten Jahre treubleiben.

Jürgen Ruf, DPA / DPA