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Momente der TV-Geschichte "Innerer Reichsparteitag": Katrin Müller-Hohenstein sorgt bei der WM 2010 für Eklat

Katrin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn bei der WM 2010
Katrin Müller-Hohenstein war bei der Fußball-WM 2010 zusammen mit Oliver Kahn die Studio-Moderatorin des ZDF.
© ZDF
Nach dem 4:0-Auftaktsieg bei der WM 2010 sprach fast niemand über das tolle Spiel der deutschen Nationalelf. Stattdessen dominierte ein verbaler Fehltritt von Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein die Schlagzeilen.

Das junge deutsche Team war die große Überraschung bei der Fußball-WM 2010 in Südafrika. Die Elf von Bundestrainer Jogi Löw erspielte sich mit erfrischendem Offensivfußball viele Sympathien und schied erst im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien aus. 

Dass in der jungen Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm und Shootingstar Thomas Müller viel Potenzial steckt, ließ schon der souveräne 4:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Australien erahnen. Doch darüber redete tags drauf fast niemand. Stattdessen dominierte ein verbaler Ausrutscher von ZDF-Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein die Schlagzeilen. 

Katrin Müller-Hohenstein über Miroslav Klose

Nach Abpfiff analysierte die Journalistin mit Experte Oliver Kahn das Spiel - und ging speziell auf Stürmer Miroslav Klose ein. Der stand zuvor stark in der Kritik, traf aber gegen Australien zum zwischenzeitlichen 2:0. KMH, wie die Moderatorin gerne genannt wird, kommentierte den Treffer auf ihre Weise: "Und für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz im Ernst, dass er heute hier trifft." Kollege Kahn fing seine Kollegin sofort ein und schlug einen sachlichen Ton an: "Ja, das ist für ihn eine Erlösung."

Doch da war die Erregung schon in der Welt. Zahlreiche Zuschauer empörten sich in den sozialen Netzwerken. Und nötigten den Sender zu einer Entschuldigung. Die Entgleisung tue "ihr und uns leid" und sei im Eifer der Situation entstanden, sagte ARD/ZDF-Teamchef Dieter Gruschwitz. "Wir bedauern das, und das wird so auch nicht mehr vorkommen."

Als sei der Wirbel nicht schon übertrieben genug, meldete sich sogar die Bundesregierung zu Wort. Man sei "mit der Reaktion des ZDF zum jetzigen Zeitpunkt zufrieden", äußerte sich Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans und erhob den harmlosen Versprecher der Moderatorin damit fast schon in den Rang einer Staatsaffäre.

Damit war die Geschichte eigentlich erledigt. Eine Pointe hielt der Fußball allerdings noch bereit: Die nächste Partie verlief für die deutsche Mannschaft wenig erbaulich. Gegen Außenseiter Serbien unterlag das Team mit 0:1. Was maßgeblich an dem Spieler lag, der die ZDF-Journalistin zu ihrem Fauxpas verleitet hatte: Miroslav Klose flog in der 37. Minute mit einer gelb-roten Karte vom Platz. Von KMH ist dazu glücklicherweise kein Zitat überliefert.


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