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Momente der TV-Geschichte "Wo ist Behle?" Ein einziger Kommentar macht den Wintersportler bekannt

Jochen Behle
Dieses Rennen machte Jochen Behle berühmt: Am 19. Februar 1980 ging der Skilangläufer bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid über 15 Kilometer an den Start - und belegte den 12. Platz.
© Oly/ / Picture Alliance
Bei den Olympischen Winterspielen 1980 war Jochen Behle in Deutschland weitgehend unbekannt. Das änderte sich mit einem Rennen. Seinen Ruhm hat der Skilangläufer einem Sportkommentator zu verdanken.

Im Laufe seiner aktiven Karriere nahm er an sechs Olympischen Winterspielen, acht Weltmeisterschaften und unzähligen Weltcup-Rennen teil, dazu wurde er 24 Mal Deutscher Meister. Doch bekannt wurde der Skilangläufer Jochen Behle vor allem durch ein einziges Rennen: seinen 15-km-Langlauf 1980 bei den Olympischen Spielen in Lake Placid.

Behle war damals erst 19 Jahre alt und in Deutschland kaum bekannt. Das änderte sich mit diesem Rennen. Großen Anteil daran hatte der Sportreporter Bruno Moravetz, der damals den Wettkampf live im ZDF kommentierte. Immer wieder rief er in sein Mikrofon: "Wo ist Behle?"

Der Langläufer war während des Rennens kaum im Bild zu sehen, deswegen stellte Moravetz immer wieder diese Frage: "Was ist mit Behle? Wo ist Behle? Wir wissen nichts, wir sehen ihn nicht. Behle ist weg." Dadurch wurde der junge Sportler auf einen Schlag berühmt.

Hat der Regisseur Jochen Behle nicht gekannt? 

Der mittlerweile verstorbene Kommentator Bruno Moravetz erklärte die Abwesenheit Behles in der Übertragung später damit, der Regisseur habe den jungen Sportler einfach nicht gekannt und ihn deswegen nicht gezeigt. So musste Moravetz selbst immer wieder nach ihm Ausschau halten: "Behle haben wir noch nicht gesehen. Haben sie was gegen Behle oder ist er nicht da oder was ist denn los?", fragte er mit zunehmender Verzweiflung.

Behle kam schließlich als Zwölfter ins Ziel - und war fortan den Deutschen ein Begriff. Daran hatte der Kommentar von Moravetz freilich einen deutlich größeren Anteil als die sehr gute Platzierung bei seinem ersten großen Rennen. 

Erfolge als Trainer

Sein letztes großes fuhr er 1998 bei den Olympischen Spielen in Nagano - wo er bei der Eröffnung sogar die Fahne der deutschen Delegation trug. Später startete er eine noch erfolgreichere Karriere als Trainer der deutschen Langläufer - und leitete damit die erfolgreichste Zeit im deutschen Skilanglauf ein. Seine Schützlinge René Sommerfeldt (2004), Axel Teichmann (2005) und Tobias Angerer (2006 + 2007) gewannen insgesamt vier Mal den Gesamtweltcup im Skilanglauf. 2010 kamen drei Olympische Goldmedaillen für das deutsche Team hinzu. 

Eine wahrhaft große Karriere - an deren Anfang eine einfache Frage stand: Wo ist Behle?

Hier können Sie sich noch einmal Ausschnitte aus der legendären Sportübertragung ansehen


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