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Kritischer "Simpsons"-Vorspann Banksy designt Horrorshow aus dem Billiglohnland


Der britische Graffiti-Künstler Banksy hat sich die "Simpsons" vorgenommen. Die düstere Vision sorgt in den USA für Kritik, aber auch Gelächter.
Von Sophie Albers

Lange her, dass die "Simpsons" einen richtigen Schocker verabreicht haben. Doch mit tatkräftiger Hilfe des britischen Graffiti-Künstlers Banksy ist es Matt Groening gelungen, seine Kultshow aus Springfield weltweit in die Presse zu bringen.

Banksy hat als erster Künstler überhaupt die Eröffnungs-Sequenz einer Folge designt. Und nun fragen sich viele, warum der Sender Fox das eigentlich mit sich machen lässt.

Geschredderte Kätzchen

Nach bekannten Bildern - Homer im Atomkraftwerk, Bart in der Schule, die Familie auf der Couch vor dem Fernseher - nimmt Banksy die Zuschauer mit hinter die Mattscheibe, wo sie eine grausame Welt erwartet: Sie gehen dahin, wo die millionenfach verkauften "Simpsons"-Artikel - von DVDs bis T-Shirts - hergestellt werden. In einer Höhle sitzen Hunderte Arbeitssklaven, ein Kind hantiert mit giftigen Flüssigkeiten, Kätzchen werden geschreddert, um Bart-Puppen kuschelig zu füllen, ein Pandabär wird gepeitscht, damit er einen Karren zieht, ein klappriges, angekettetes Einhorn wird als DVD-Stanze missbraucht. Und überall liegen menschliche Gebeine herum.

Letztes Bild ist das Markenzeichen der Fox Studios, allerdings grau und als Hochsicherheitsgefängnis, anstatt goldig glänzend. "MoneyBart" heißt die Episode, die am Sonntag in den USA ausgestrahlt wurde.

Soll das etwa lustig sein?

Amerikanische Unterhaltungsmedien wittern bereits einen Skandal. "Was ist los mit Fox? Soll das etwa lustig sein?", fragt etwa "Entertainment Weekly". "Ja, soll es, nächste dumme Frage", antwortet User Deano.

Inspiration für Banksys düsteren Blick waren laut BBC Berichte, dass ein Großteil der Animationsarbeit an der erfolgreichen Show nach Südkorea ausgelagert ist. Banksy habe zudem verraten, dass seine Bilder für Streit über Sendungsstandards und zu der Drohung der gesamten Animationsabteilung, die Arbeit niederzulegen, geführt hätten.

"Krusty tritt jetzt auch bei Beerdigungen auf", verkündet Banksys "Simpsons"-Show gleich zu Beginn. Schlimmer geht's immer. Eigentlich ganz im Sinne von Groening.

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Mehr vom grandiosen Banksy gibt es übrigens ab dem 21. Oktober im Kino zu sehen, dann startet die wunderbar schiefgelaufene Selbstbetrachtung "Exit Through The Gift Shop".


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