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Manipulation bei "Deutschlands Beste!": ZDF-Unterhaltungschef Fuchs tritt zurück

In der ZDF-Show "Deutschlands Beste!" waren Ranglisten von Prominenten bewusst manipuliert worden. Nun räumt der verantwortliche Unterhaltungschef Oliver Fuchs seinen Posten.

Der Skandal um die gefälschten Ranglisten in der ZDF-Sendung "Deutschlands Beste!" fordert personelle Konsequenzen. Unterhaltungschef Oliver Fuchs ist zurückgetreten. Das teilte der Sender mit. Der 46-Jährige hatte dem Sender seinen Rücktritt angeboten, ZDF-Intendant Thomas Bellut und Programmdirektor Norbert Himmler nahmen an.

Die Affäre um die Unterhaltungssendung war vor einer Woche öffentlich geworden. In der von Johannes B. Kerner moderierten Show waren Anfang Juli gefälschte Zahlen präsentiert worden. Die Redaktion hatte bestimmte Prominente in der Rangfolge aufgewertet, um sie ins Studio einladen zu können. Der Sender hatte eingeräumt, die Redaktion habe "methodisch unsauber" gearbeitet.

Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" soll Fuchs von der Manipulation jedoch nichts gewusst haben. Er habe sich aber auch nicht genug darum gekümmert, heißt es aus ZDF-Kreisen. Der Schweizer hatte die Unterhaltungssparte seit 2012 geführt, war auch schon bei der missglückten Umstrukturierung von "Wetten dass...?" in die Kritik geraten.

So wurden die Ranglisten manipuliert

Die Liste "Deutschlands beste Männer" war folgendermaßen manipuliert worden: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) stieg von Platz 10 auf Platz 6 auf. Fußballlegende Franz Beckenbauer kletterte von Platz 31 auf Platz 9. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) stieg von Platz 6 auf Platz 11 ab. ZDF-Moderator Claus Kleber verbesserte sich von Platz 39 auf Platz 28. Entertainer Michael "Bully" Herbig stieg von Platz 42 auf Platz 36 auf. RTL-Anchorman Peter Kloeppel stieg von Platz 27 auf Platz 39 ab. Für "Tagesschau"-Chefsprecher Jan Hofer ging es von Platz 36 auf Platz 42 abwärts.

Bei der Rangliste "Deutschlands beste Frauen" verbesserte sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nachträglich von Platz 5 auf Platz 4. Schlagerstar Helene Fischer stieg von Platz 10 auf Platz 5 auf. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) fiel von Platz 4 auf Platz 6.

nck