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"Supertalent"-Jury Gottschalk redet sich Wechsel zu RTL schön


Günther Jauch war skeptisch, dennoch heuert Thomas Gottschalk in der Jury der RTL-Show "Das Supertalent" an. In einem Interview sprach er jetzt über seinen Abstieg, den er nicht als solchen sehen will - und würdevolles Altern im Showgeschäft.

Nein, man müsse sich keine Sorgen um ihn machen, betont Entertainer Thomas Gottschalk. Seinen Wechsel von der ARD zu RTL und Dieter Bohlens Trash-Show "Das Supertalent" sieht er als logischen Schritt - hin zur Quote. Der Entertainer, der stets Formate wie dieses im Privatfernsehen kritisierte, redet sich in in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" sein neues Engagement schön: "Gegen eine Talentshow an sich gibt es überhaupt nicht einzuwenden," sagt der ehemalige !Wetten, dass..?"-Gastgeber etwa. Und weiter: "Ich habe das 'Supertalent' früher hauptsächlich deswegen beschimpft, weil mir diese Show regelmäßig meine eigene Quote zersägt hat."

Im Prinzip mache er in Zukunft beim "Supertalent" das gleiche wie bei "Wetten, dass..?": "Menschen vorstellen, die etwas können, was die Welt nicht braucht". Auf seinen neuen Kollegen Dieter Bohlen freut sich Gottschalk: "Jetzt bitte ich eben zum Tanz der taumelnden Titanen. Das kann sehr lustig werden."

Nach Meinung des 62-Jährigen ändert sich die Unterhaltung im deutschen Fernsehen derzeit. Das begründet er unter anderem damit, dass Trash-TV-Fachmann Oliver Fuchs nun Unterhaltungschef von ZDF wird. Die heftig kritisierte Freakshow "Schwiegertochter gesucht", für die Fuchs bei RTL verantwortlich war, bezeichnet Gottschalk gar als "geistreiches Format".

"Ich bin nun mal Clown von Beruf"

Gottschalk gibt zu, dass er lieber bei der "erfolgreichsten Sendung in Deutschlands erfolgreichstem TV-Sender" arbeitet, als im anspruchsvollen Nischen-Fernsehen "einsam zu sterben". "Unser Geschäft ist ein Wanderzirkus, und ich bin nun mal Clown von Beruf," sagt der Moderator. Solange man ihm ein Mikrofon hinhalte, wolle er auch "reinquatschen".

Kollege Günther Jauch soll bezüglich Gottschalks Wechsel an die Seite von Dieter Bohlen skeptisch gewesen sein. Letztlich habe der Entertainer jedoch auf seine Söhne gehört, die ihm beide dazu geraten haben.

Dass er in Zukunft in Konkurrenz zu Markus Lanz und "Wetten, dass..?" auf Sendung gehen werde, verglich Gottschalk mit dem Transfermarkt im Fußball: "Erst werden sie (die Fußballer) von einem Club für viel Geld gekauft, dann fliegen sie raus, weil sie nichts bringen. Du gehörst immer nur auf Zeit zu einem Verein". Auf die Frage, wie man im Showgeschäft in Würde altern könne, antwortete der 62-Jährige im Interview: "Wer in Würde altern will, sollte nicht ins Showgeschäft gehen, sondern Papst werden. Aber da habe ich früh die Abzweigung verpasst."

Die Vorabendsendung "Gottschalk live" war in der ARD grandios gescheitert und nach nur wenigen Monaten abgesetzt worden. Ab Herbst wird der 62-Jährige nun beim privaten Konkurrenten RTL an der Seite von Dieter Bohlen und Michelle Hunziker als neuer Juror in der Sendung "Supertalent" zu sehen sein. Ungeachtet seines Scheiterns in der ARD schloss Gottschalk eine erneute Zusammenarbeit mit dem Ersten nicht aus. Er habe WDR-Intendantin Monika Piel "konkret angeboten, für Showformate im Ersten zur Verfügung zu stehen", so Gottschalk.

kmi

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