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Kriegsfilm auf Netflix Regisseur von "Im Westen nichts Neues" verrät, welche Szene ihn am meisten bewegt hat

Netflix-Film "Im Westen nichts Neues"
Netflix hat den Kriegsroman "Im Westen nichts Neues" neu verfilmt
© Netflix
Die Netflix-Neuverfilmung von "Im Westen nichts Neues" zeigt den Krieg in seiner ganzen Grausamkeit. Eine Szene ist Regisseur Edward Berger besonders unter die Haut gegangen – wie zuvor schon vielen Leser:innen der Romanvorlage.

Vor mehr als 90 Jahren öffnete Erich Maria Remarques Roman "Im Westen des Neues" der deutschen Bevölkerung die Augen für die Realität des Ersten Weltkriegs. Das Buch erzählt schonungslos von den Geschehnissen an der Front und gehört auch heute noch zur Pflichtlektüre in vielen deutschen Schulen. Netflix hat den Roman über den jungen Soldaten Paul Bäumer nun neu verfilmt.

Regisseur Edward Berger zeigt dabei den Schrecken des Krieges, der seit dem Ukraine-Krieg auch für die junge Generation so relevant wie nie zuvor ist, ebenso deutlich wie er im Buch beschrieben wird. Im Interview mit "Moviepilot" verriet der 52-Jährige, welche Szene ihn dabei besonders bewegt hat. Es geht um eine Szene, die auch im Roman eine Schlüsselrolle spielt.

Netflix-Film "Im Westen nichts Neues": Bewegende Szene im Bombenkrater

Bäumer liegt in einem Bombenkrater zusammen mit einem französischen Soldaten, den er gerade getötet hat. "Hautnah erlebt er dort den Tod eines anderen Menschen", sagt Regisseur Berger. "Als ich meiner Familie zu Hause die Frage gestellt habe, ob ich diesen Film denn machen soll, ist meine Tochter sofort auf mich zugestürmt und hat gesagt: 'Unbedingt! Ich habe das Buch gerade in der Schule gelesen und diese Szene im Krater kriege ich nicht mehr aus dem Kopf.'"

Bei den Dreharbeiten sei die Szene allerdings eigentlich zu lang geraten, so Berger. Kürzen kam für ihn allerdings nicht in Frage: "Mir war klar, dass das keine Option ist, wenn ich der Vorlage und den Erwartungen meiner Tochter gerecht werden wollte." Berger erklärt auch, warum sich die Sequenz ihm und vielen andere Leser:innen und Zuschauer:innen so eingebrannt hat: "In diesem Augenblick wird deutlich, was der Tod genau bedeutet. Wir erleben mit Paul, was der Krieg aus ihm gemacht hat. Gleichzeitig hat er den Schrecken fünf Minuten später schon wieder vergessen und mordet auf dem Schlachtfeld weiter. Im Grunde ist das der Moment, wo seine Unschuld stirbt und damit auch alle seine Ideale."

"Im Westen nichts Neues": Trailer zeigt den Ersten Weltkrieg in seiner erschütternde Grausamkeit

Angst, die Figuren zu heroisieren

Szenen wie diese gehen unter die Haut – sicherlich auch ein Grund, warum Berger den Dreh als extrem anstrengend empfand. "Ich habe mindestens ein halbes Jahr gebraucht, um diese Dreharbeiten zu verdauen. Ich war körperlich sehr ausgelaugt", sagte er "Moviepilot". Außerdem sprach er auch von einer gewissen Unsicherheit, aus deutscher Sicht einen Film über den Ersten Weltkrieg zu machen: "Für mich war klar: Wenn ich diese Geschichte aus Deutschland heraus erzähle, kann es keine Heldengeschichte sein, weil es für uns nichts gibt, auf das man stolz sein kann. Meine größte Angst war also, die Figuren zu heroisieren oder die Handlungen zu glorifizieren."

Im stern-Interview hatte Berger bereits über die expliziten Gewaltdarstellungen in dem Film gesagt: "Ich wollte den Krieg so realistisch wie möglich zeichnen – wobei die Realität mit Sicherheit noch viel drastischer ist. Auf jeden Fall wollte ich nichts beschönigen, denn das wäre für mich Propaganda."

Quelle:  "Moviepilot"

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