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Twitter-Reaktionen "Merken Sie eigentlich noch was?" RBB-Mitarbeiter reagieren fassungslos auf Patricia Schlesinger

Patricia Schlesinger, zurückgetretene Intendantin des RBB
Patricia Schlesinger war seit 2016 Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB)
© Britta Pedersen / DPA
Mit ihrem "Zeit"-Interview hat sich Patricia Schlesinger bei ihren früheren Angestellten nicht gerade beliebt gemacht. Mehrere RBB-Mitarbeiter äußerten auf Twitter großes Unverständnis.

Das Interview hat für Wirbel gesorgt: In einem ausführlichen Gespräch mit der "Zeit" hat sich Patricia Schlesinger über den RBB-Skandal geäußert, der zu ihrem Rücktritt als Intendantin und ARD-Chefin geführt hat. Die 61-Jährige sah insgesamt nur wenig eigene Versäumnisse, stellenweise stellte sie sich sogar als Opfer dar.

Bei den Angestellten des Senders hat das Gespräch naturgemäß wenig Sympathien ausgelöst. Es sind vor allem zwei Aspekte, die in den sozialen Medien von RBB-Mitarbeitern kritisiert werden. 

Zum einen sagt Schlesinger, sie habe "zu viel zu schnell gewollt" und "Menschen im Sender überfordert". Als sei nicht ihr eigenes Fehlverhalten, sondern die Belegschaft das Problem. Das wird von vielen als Hohn empfunden. "Nur zur Einordnung: Weil das Wlan bei uns in der Etage laggt, arbeite ich mit Lan-Kabel", schreibt Datenjournalist Haluka Maier-Borst auf Twitter

An anderer Stelle behauptet Schlesinger, Menschen auf der Straße sagten ihr: "Halten Sie das bitte durch." Maier-Borst schreibt dazu: "Man möchte einfach Frau Schlesinger auf der Straße treffen und ihr in aller Ruhe sagen: Sagen Sie mal, merken Sie eigentlich noch was?"

Patricia Schlesinger in einer Pose der Macht

Eine weitere Quelle des Ärgers waren die Fotos zu dem Interview. Die zurückgetretene Intendantin inszeniert sich hier in einer geradezu dekadenten Pose der Macht und wirkte dabei ganz so, als sei sie über jegliche Kritik erhaben. 

Einige Twitter-User stellten daraufhin die Frage, ob die ausgeschiedene Intendantin die Auswahl getroffen habe. Dazu äußerten sich auf Twitter die Artdirektorin der Zeit, Malin Schulz, und Cathrin Gilbert, eine der beiden Interviewer. "Selbstverständlich hat Patricia Schlesinger die Fotos zu ihrem Interview nicht selber ausgesucht, sondern wir, die Redaktion", schrieben die beiden gleichlautend auf Twitter.

Auf die Nachfrage eines Users, ob Schlesinger dabei den Anweisungen des Fotografen gefolgt sei, erklärte Gilbert, niemand habe der früheren Intendantin gesagt, wie sie sich setzen soll. "Es war eine von vielen Gesten während eines Shootings am Rande eines dreistündigen Gesprächs."

Verwendete Quellen: "Die Zeit" (Bezahlinhalt), Twitter

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