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"Polizeiruf"-Check: Die Tote im Oderland

Eine Polizistin stirbt bei einer Verfolgungsjagd. Die Ermittler rätseln, weshalb. Im "Polizeiruf 110" kommt der Fall zwar nicht recht in die Gänge - dafür wartet der Film mit betörenden Bildern der Oderlandschaft auf.

"Polizeiruf 110" aus Halle

"Polizeiruf 110": Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski (Maria Simon, vorne) und ihr Kollege Adam Raczek (Lucas Gregorowicz, hinten) vom deutsch-polnischen Kommissariat Swiecko

Worum geht's in diesem "Polizeiruf 110"?

Die junge polnische Polizistin Katarzyna Ludwinek stirbt bei der Verfolgung eines Autodiebes. Der Fahrer Anton Shevshenko (Alexander Finkenwirth) flüchtet. Kommissarin Olga Lenski und ihr Partner Adam Raczek versuchen, den Tathergang zu rekonstruieren: Warum saß die Polizistin alleine im Wagen - ohne ihren Streifenpartner Udo Lehde (Oliver Bröcker)? Was die Ermittlungen noch schwieriger macht: Der Vater der Toten ist ihr Vorgesetzter. Und dann ist da noch eine Bürgerwehr, die den Ermittlern mehrfach in die Quere kommt.

Warum lohnt es sich dieser "Polizeiruf"?

Es war eine gute Idee, den "Polizeiruf 110" mit Olga Lenski vom Brandenburger Land in die Grenzregion nach Świecko nahe Frankfurt (Oder) zu verlegen und die Fälle von einem deutsch-polnischen Kommissariat lösen zu lassen. Die Folge "Der Preis der Freiheit" trägt dem auch inhaltlich Rechnung, indem sie das Thema Grenzschmuggel thematisiert. Und dazu betörend schöne Bilder vom märkischen Oderland liefert.

Was stört?

So spannend Thematik und Kulisse auch sind - der Fall selbst ist leider wenig erbaulich. Die Geschichte ist völlig unspektakulär, wird aber durch die umständliche Erzählweise auf 90 Minuten gestreckt. Die Charaktere bleiben einem dabei fremd. Dazu ist das Humorniveau extrem niedrig: Der fade Witz über ein mit Harzer Käse belegtes Pausenbrot eines Polizisten taucht als Running Gag gleich mehrfach auf.

Die Kommissare?

Zu behaupten, die Chemie stimme zwischen Olga Lenski (Maria Simon) und Adam Raczek (Lucas Gregorowicz), wäre krass gelogen. Die beiden Kommissare fremdeln arg miteinander und sind sich alles andere als sympathisch. Doch sie können ihre Animositäten hintenanstellen und auf der Arbeitsebene professionell miteinander umgehen. Das hat durchaus seinen Reiz. Dazu bekommt Kommissarin Lenski eine kleine Gesangseinlage. Mehr davon!

Ein- oder Ausschalten?

Einen Vergleich mit dem herausragenden Frankfurt-"Tatort" der Vorwoche würde fast jeder Sonntagskrimi verlieren, doch die "Polizeiruf"-Folge "Der Preis der Freiheit" kommt nicht mal Ansatzweise in die Nähe. Sie ist bestenfalls Durchschnittsware. Aufgrund der optisch beeindruckenden Bilder kann man sich den Film aber gut anschauen - die sanft dahinplätschernde Handlung erzeugt beim Zuschauer die nötige Bettschwere und garantiert einen guten Schlaf.