VG-Wort Pixel

Pressestimmen zum Münster-"Tatort" Die "Klamaukbrüder" auf ernsten Pfaden


Weniger Klamauk, dafür mehr Politik - der neue Münsteraner "Tatort" bricht mit der Tradition. Die Quote war sehr gut, doch die Begeisterung für den Krimi hielt sich bei den Kritikern in Grenzen.

Von der großen Politik sollte man in der Münsteraner "Tatort"-Crew besser die Finger lassen - so beurteilen die meisten Kritiker den neuen Fall von Thiel und Boerne. Doch es gibt auch eine begeisterte Stimme.

"Süddeutsche.de"


Holger Gertz auf "Süddeutsche.de" findet es zwar gut, dass sich Thiel und Boerne dieses Mal um ein sperrigeres Thema kümmern müssen. Doch das Resultat überzeugt ihn nicht: "Regisseur Lars Jessen und Autor Orkun Ertener (KDD - Kriminaldauerdienst) haben große Fernsehsachen gemacht, aber diesen Tatort haben sie überladen. Sie erzählen eine komplizierte Geschichte." Auch als Parodie kann dieser Krimi seiner Meinung nach nicht durchgehen. Sein Fazit: "Der Tatort lässt nicht nur Menschen aus Münster rat- und heimatlos zurück."

"Die Welt"


Dass "die ewig pubertierenden Klamaukbrüder" Thiel und Boerne endlich ihre eigenen Körper entdecken, scheint Peter Schelling auf "Die Welt" zu freuen. Aber der Krimi kommt nicht gut weg bei ihm: "Das alles spielt irgendwo im Niemandsland zwischen Drama und Komödie. Was er sein will, weiß dieser Film bis zur letzten Minute nicht."

"Focus Online"
Auf die Frage, ob sich das Einschalten lohne, antwortet "Focus Online" in der "Tatort"-Vorschau mit einem klaren Nein. "Die Handlung ist wirr und kaum nachzuvollziehen." Es gebe viel zu viele "offensichtliche" Ungereimtheiten. An Thiel und Boerne liege es "diesmal nicht, dass die Geschichte – speziell gegen Ende – völlig aus dem Ruder läuft".

"Spiegel Online"


Begeisterung dagegen bei Christian Buß von "Spiegel Online": Dieser "Tatort" markiere "nun einen Richtungswechsel im Münsteraner TV-Revier". Herausgekommen sei ein "(fast) seriöser Themen-Thriller". Thematische Präzision und schwarzer Humor hielten sich die Waage. Sein Fazit: "Fast hätten wir ja nach all den Kalauern und Fäkalien, nach all den müden Schlagern und billigen Gags der letzten Jahre vergessen: Boerne und Thiel sind richtig gut, wenn man sie lässt."

"stern.de"


Ein ganz anderes Fazit zieht stern.de-Redakteur Niels Kruse, der den Fall schwach fand: "Egal wie man zur Komik steht - zieht man den Münsteranern das Clownskostüm aus, stehen sie reichlich nackt da. Womit sie sich leider nahtlos ins überwiegend graue Mittelmaß der gesamten Krimireihe einfügen."

Der Quote hat das übrigens nicht geschadet: 12,44 Millionen schalteten ein. Damit haben die Münsteraner ihren eigenen Rekord von 12,81 Millionen nur knapp verpasst.

ukl

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker