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Satire-Krise mit der Türkei: "extra3" bietet Erdoğan Witze zum Tausch an

Klein beigeben ist nicht: Nach dem Eklat um einen "extra3"-Satiresong über Recep Tayyip Erdoğan, legt die Show noch einmal nach und bietet dem türkischen Präsidenten einen "schmutzigen Deal" an.

Recep Tayyip Erdogan extra3

Soviel Ehre muss sein: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist "extra3"-Mitarbeiter des Monats

Was für ein Gewese um ein Video über Recep Tayyip Erdoğan. Die NDR-Sendung "extra3" hatte den türkischen Präsidenten zu den Klängen von Nenas Hit "Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann" durch den Kakao gezogen, woraufhin dieser den deutschen Botschafter in Ankara einbestellen ließ und offenbar die Löschung des Films forderte. Die Regierung in Berlin reagierte schmallippig bis gar nicht auf den Affront. Anders als die Redaktion der Satire-Show, die nun noch einmal nachgelegt hat.

Recep Tayyip Erdoğan reagiert wie bestellt

Moderator Christian Ehring beginnt seinen Spott-Monolog mit den Worten: "Wir haben den türkischen Botschafter in die Sendung einbestellt. Er ist nicht erschienen. Die Situation droht zu eskalieren!" Dabei setze "extra3" doch auf Deeskalation und wolle sich auf Gemeinsamkeiten konzentrieren. Schließlich, so der NDR-Mann, habe die Zusammenarbeit mit Erdoğan bisher wunderbar funktioniert, wofür man natürlich dankbar sei. "Wir haben einen Song gemacht, in dem wir kritisieren, dass Erdoğan die Pressefreiheit einschränkt, und er reagiert darauf, in dem er die Pressefreiheit einschränken will. Da waren wir uns sofort einig: Recep Tayyip Erdoğan ist "extra3-Mitarbeiter des Monats".

Hier können Sie die ganze Sendung sehen. Die Reaktion auf den diplomatischen Eklat kommt gleich zu Beginn:


Das Entgegenkommen der Satiriker geht nach Willen von Ehring sogar soweit, dass es gar kein Problem sei, dass Erdoğan offenbar "extra3" gucke, aber keine GEZ-Gebühren zahle. Und im Übrigen: "Herr Erdoğan, wenn Ihnen nicht gefällt, was wir machen - Sie müssen das nicht schauen. Es ist ganz einfach in Deutschland: Wenn Sie Kritik hören wollen, dann gucken Sie "extra3". Wenn Sie keine Kritik hören wollen - treffen Sie die Bundeskanzlerin."

Zum Schluss bietet Ehring dem Präsidenten noch einen kleinen, schmutzigen Deal an, wie er es nennt: Weil man im Internet ja schlecht Dinge vollständig löschen könne, würde man "für jeden Gag, den türkische Satiriker über den Präsidenten machen dürfen" einen Erdoğan-Gag zurücknehmen.

Dies ist der Song, der den Eklat auslöste

Niels Kruse