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Reality-Show "Wir haben das Mobbing weder gepusht noch gewollt" - RTL bedauert Eskalation im "Sommerhaus der Stars"

"Sommerhaus der Stars"-Teilnehmerin Lisha
"Sommerhaus der Stars"-Teilnehmerin Lisha sorgte für verbale Ausfälle - und polarisierte damit im Haus und bei den Zuschauern.
© MG RTL D
Mehr Niedertracht und Aggressivität gab es in noch keiner deutschen Fernsehshow: Das "Sommerhaus der Stars" geht am Sonntagabend zu Ende. Auch die Macher von RTL zeigen sich in einem Interview mit "Übermedien" von der Eskalation betroffen.

Die RTL-Reality-Show "Sommerhaus der Stars" ist ein neuer Tiefpunkt im deutschen Fernsehen. Mit Spucktiraden, Alkoholexzessen, verbalen Extremausfällen und permanenten Mobbing-Attacken wurden in der diesjährigen Staffel die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten. Der Kölner Sender zeigte die Szenen trotzdem. Doch kurz vorm Finale der Show am Sonntagabend äußert sich auch RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm erschrocken.

"Die Eskalation der Aggressivität hat uns persönlich auch betroffen gemacht", sagte er im Interview mit dem Online-Magazin "Übermedien". Sturm verwies jedoch darauf, dass die Macher "das Mobbing weder gepusht noch gewollt" hätten. Es habe keinerlei Script gegeben. "Wir hätten uns mehr positive Aspekte in der Staffel gewünscht, mehr Versöhnung, glückliche Momente, Entspannung, viel mehr Humor", sagte der 58-Jährige und bezeichnete die extremen Konflikte als "Quotengift für den Sonntagabend". "Die Leute haben gerade heute ein Bedürfnis nach Harmonie."

In der Ursachenforschung glaubt Sturm daran, dass die Quarantäne der Mitbewohner die Situation verschärft habe. Alle Teilnehmer wurden 14 Tage vor Beginn der Sendung isoliert, um eine Coronaansteckung zu vermeiden. Als sie dann im Haus auf die Gruppe gestoßen seien, habe ein Funke genügt, um einen Streit zu entfachen. "Das war, als ob man in einem Dampfdrucktopf etwas angerührt hat, und auf einmal ging das explosionsartig auf."

"Sommerhaus der Stars" soll es auch 2021 geben

Sturm stellte klar, dass letztlich die Kandidaten selbst Verantwortung für ihr Handeln und das Gesagte übernehmen müssten. Die verbalen Ausfälle, die RTL bei der Ausstrahlung oft mit einem Piepgeräusch übertönte, seien teilweise noch viel schlimmer gewesen. "Wir haben gar nicht alles gezeigt", sagte Sturm dem Magazin.

Trotz der Kritik hält der Sender an dem Format fest. Für das "Sommerhaus der Stars" 2021 wolle man noch intensivere Gespräche mit den Kandidaten führen und das Cast intensiver vorbereiten. Man wolle noch mehr Gefühl dafür entwickeln, in welche Richtung es gehen könne. "Aber am Ende kann keiner die Garantie übernehmen, was passieren wird."

Quelle: "Übermedien"

Das Finale vom "Sommerhaus des Stars" läuft am Sonntagabend um 20.15 Uhr auf RTL. Alle Folgen der Staffel sind bei TVNow abrufbar. 

mai

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