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Sommerhaus der Stars: "Bin zu schwach für so ein Format" - über Versager und Krankheiten

Das Sommerhaus der Stars weckt Kampfgeist und Niedertracht und empfiehlt NDW-Star Markus für Promi Big Brother. Saskia Atzerodt gewinnt eine Erkenntnis fürs Leben.

Von Jan Zier

Sommerhas der Stars

Das Schöne am Trash-Fernsehen ist ja, dass es das Schlechte im Menschen hervor kehren kann. Ein jeder von uns da draußen kann sich guten Gewissens daran erbauen – und sich selbst sogar noch ziemlich gut dabei fühlen! Weil: So tief, nein, also, da würde man ja nie sinken. Wirklich.

Wobei: Natürlich geht es auch anders, das haben wir ja neulich erst bei Promi Big Brother gesehen, wo man Ende die Guten gewonnen haben, jene nämlich, die sich menschlich gezeigt habe. Das ist hier, im "Sommerhaus der Stars" bei RTL anders. Das Format ist ja die perfekte Mischung aus dem Dschungelcamp und eben dem Big Brother Container, mit dem Unterschied, das hier nicht jeder für sich alleine kämpft, sondern stets Paare mit- und gegeneinander.

Saskia Atzerodt verzweifelt und verzieht sich ins Bett: "Mich kotzt das alles an!"

Saskia Atzerodt verzweifelt und verzieht sich ins Bett: "Mich kotzt das alles an!"


Des ged ned!

Dabei dürfen heutzutage natürlich auch Schwule nicht fehlen, in diesem Falle Hubert Fella und Matthias Mangiapane, die angemessen exotisch und tuntig sind und somit die gängigen Klischees über Homosexuelle festigen. Auch latent homophobe Hetero-Machos wie Schlagerfuzzi Ennesto Monte können sie also sympathisch finden können, weil sie ja keine Konkurrenz darstellen. Und selbstverständlich können sie keinen Nagel in die Wand schlagen können, ohne dass er krumm und schief wird. Hubert und Matthias scheitern dementsprechend bravurös bei der entsprechenden "Nagelprobe“. 1. Nagel: "Des wird nix!" 2. Nagel: "Des ged ned!"3. Nagel; "Des schaff ich ned!" 4. Nagel: "Leck mich am Arsch!" Und so weiter. Resümee: "Dann hab ich hald versgad!" Stress in ihrer Beziehung haben sie deswegen aber nicht wirklich. Sie sehen sich als Loser, ziehen aber am Ende ins Halbfinale ein.

Sommerhaus der Stars: Helena Fürst und Monte kennen ihre Rolle

Souverän schlagen sich auch Helena Fürst und eben dieser Monte - weil sie wissen, welche Rolle ihnen hier zugedacht ist. Sie sind eben alle beide nicht als Sympathieträger engagiert worden. Also ist sie die selbstsichere, die niederträchtige, egoistische und also verhasste Aggro-Zicke, die unbedingt diese 50.000 Euro gewinnen will, er der etwas tumbe Proll dazu, der gerne den Macker rauskehrt.

Dafür lässt sie sich auch von ihm übel niedermachen und als "Krankheit"beschimpfen - ohne ihn umgehend zum Teufel zu jagen. Sicher, ein paar Tränen müssen dann auch bei ihr sein, auch "Heulena"muss sie sich jetzt nennen lassen. Aber am Ende ist sie wieder obenauf, bleibt unverzichtbar für das TV-Format, wird wieder "Hexe"genannt und kann dafür ihre Gegenspielerin Saskia Atzerodt als "hysterisches kleines Mädchen"abtun.

Saska Atzerodt: "Werde jetzt öfter backen"

Model Saskia, mit Model Nico Schwanz liiert, der sich selbstredend ständig Namenswitze von seinem Gegenspieler Monte anhören muss, Frau Atzerodt also kann auch ein albernes Spiel nicht einfach verlieren - denn es könnte sie ja reicher machen! Sie zieht heulend von dannen, wirft sich aufs Bett. "Mich kotzt das alles an!" Immer wieder will sie aufgeben, raus aus der Rolle als der Fürstin Anti-Zicke. Aber ihr Lebensgefährte, ganz der ehrgeizige Macker, den man von ihm erwartet, sagt ihr immer wieder erfolgreich auf seine unsensible Art, dass sie sich ja wohl nicht so haben soll. Leider wird das so nichts mit dem Sex, den er sich für seine Leistung beim Hämmern erhofft hat. Aber 50.000 Euro sind eben auch für Saskia Atzerodt viel Geld, auch wenn sie in einem lichten Moment am Ende klar erkennt: "Ich bin zu schwach für so ein Format." Das stimmt, denn diese Schwäche wird hier hemmungslos vermarktet, so will es die Regie. Immerhin hat sie im Sommerhaus der Stars, wenn auch auf etwas umständliche Art, das Eier trennen und Eischnee schlagen gelernt - und sagt: "Ich werde jetzt öfter backen." Wieder was fürs Leben gelernt.

Sommerhas der Stars

Natürlich eskaliert am Ende auch nochmal der Streit der beiden Alpha-Krieger Ennesto Monte und Nico Schwanz, dabei sind alle beide ins Halbfinale eingezogen. "Falsch und talentfrei" sei Schwanz, schimpft Monte, ein "totaler Verlierer“; er selbst hingegen hält sich für großherzig. Es ist ganz wie auf einer Familienfeier, die einen hassen sich, und jene, denen das alles zu doof ist, die ziehen eben aus. Es ist eine "faire Entscheidung“, sagt NDW-Star Markus Mörl, dessen beste Jahre ja eh die Achtziger waren. Hier hat er verloren. Aber er wird ein guter Kandidat für Promi Big Brother sein.