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Sparzwang bei ARD und ZDF: Herbert Knaup befürchtet sinkende Einnahmen für Schauspieler

Schauspieler Herbert Knaup befürchtet direkte Auswirkungen des öffentlich-rechtlichen Sparzwangs auf seinen Berufsstand. "Weniger Filme heißt weniger Arbeit", sagte der 54-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Vorabmeldung. Fatal sei, dass die Druckmittel der Sender größer würden.

Der Schauspieler Herbert Knaup (54), befürchtet, dass sich das Sparen der öffentlich-rechtlichen Sender auf seinen Berufsstand auswirkt. "Weniger Filme heißt weniger Arbeit", sagte der Mime der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Fatal sei, dass die Anstalten größeren Druck ausüben könnten: "Wenn es für mehr und mehr Schauspieler weniger Rollen gibt, kann man natürlich sagen: "Na gut, wenn du unter unseren Bedingungen nicht willst, dann nehme ich einen anderen, der machts für das Geld."

Die Möglichkeit, Gegendruck zu machen, zum Beispiel mit einem Schauspieler-Streik, hält Knaup für wenig realistisch. "Dafür braucht man eine Gewerkschaft. Die haben wir zwar, aber es müssten noch mehr Mitglieder gewonnen werden. Schauspieler fühlen sich schnell ihrer Individualität beraubt, und daher begreift man vielleicht nicht so schnell, dass man stärker ist, wenn man zusammensteht."

Am Sonntag (ARD, 21.45 Uhr) ist Herbert Knaup, der aus Filmen wie "Lola rennt" oder Werken von Oskar Röhler bekannt ist, als NS- Funktionär Adolf Eichmann im Kriegsverbrecher-Dokudrama "Eichmanns Ende" zu sehen. Dafür habe er "viel weniger" Gage bekommen als bei Spielfilmen, sagte Knaup. "Für uns Schauspieler war das eine idealistische Unternehmung. Mich hat dieses Thema fasziniert."

APN/DPA / DPA