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Sponsoring-Verbot für ARD und ZDF: Massive Verarmung der deutschen Sportlandschaft befürchtet

Wenn der Uhrzeiger auf die abendliche Acht springt, ist bald Sendepause für die Sportsponsoren. So schreibt es der neue Rundfunksstaatsvertrag ab 2013 vor. Der Deutsche Olympische Sportbund warnt nun vor weitreichenden Konsequenzen besonders für kleinere Sportarten.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) schlägt Alarm: Das von den Ministerpräsidenten beschlossene Sponsoring-Verbot für ARD und ZDF von 20.00 Uhr an bedeutet für den DOSB eine Zäsur in der Sportvermarktung, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit einschränke. Betroffen sind vor allem "kleinere Sportarten", die erhebliche Einnahmerückgänge befürchten. "Dadurch wird ein tiefer Graben durch die Sportlandschaft gezogen und eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen", kritisierte DOSB-Präsident Bach am Freitag aus dem fernen Mexiko die Entscheidung der Politiker auf ihrer Tagung in Magdeburg.

Die neue Regelung gilt vom 1. Januar 2013 an und sieht auch ein generelles Sponsoring-Verbot an Sonn- und Feiertagen vor. Derzeit werden sonntags vor allem die mehrstündigen Wintersport-Übertragungen durch Produkthinweise unterstützt. Ausgenommen vom Sponsoring-Verbot sind nur Großereignisse wie Olympische Spiele sowie Fußball-Welt- und Europameisterschaften.

"Viele kleinere Sportarten werden wie ein Licht nur zu Olympia angeknipst und danach wieder ausgeschaltet. Das ist zu wenig. Wir brauchen mehr Ausgewogenheit", appellierte Bach an ARD und ZDF, trotz der Änderung im Rundfunkstaatsvertrag die Grundversorgung bei Sportübertragungen sicherzustellen.

Bach sieht auch negative Auswirkungen für die Olympia-Bewerbung von München für die Winterspiele 2018. Die Wintersport-Begeisterung der deutschen Bevölkerung sei eines der gewichtigsten Argumente der Bewerbung. Weniger TV-Zeit für den Wintersport wäre deshalb mit Blick auf 2018 ein "verheerendes Signal", argumentierte die DOSB-Führung.

Auch ARD und ZDF hatten im Vorfeld vor dem Sponsoring-Verbot gewarnt. Nach einer Studie des ARD-Werbezeitenvermarkters AS & S könnten mit der Änderung 40 Prozent der Sportsendungen im Ersten nicht mehr durch ein Programm-Sponsoring begleitet werden.

"Damit droht eine massive Verarmung der deutschen Sportlandschaft, denn es wären vor allem viele kleinere Sportarten und regionale Sportereignisse betroffen", heißt es in der Studie. Sie prognostiziert auch weitreichende Auswirkungen auf die Einnahmesituation der Sportveranstalter.

DPA / DPA