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Stephanie zu Guttenberg bei "Wer wird Millionär?": Ein Bier und 500.000 Euro

Ihnen gelingt einfach alles: Der Gatte ist auf dem Weg zum Kanzler, und die Gemahlin räumt mal eben 500.000 Euro ab. Stephanie zu Guttenberg zeigt bei Günther Jauchs Promi-Quiz, dass das Traumpaar der Deutschen auf allen Gebieten den Ton angibt. Wie langweilig.

Von Katharina Miklis

Eigentlich hat Stephanie zu Guttenberg doch keine medialen Berührungsängste. Mit Thomas Gottschalk schäkerte sie bereits auf der "Wetten, dass ..?"-Couch und wenn es um die gute Sache geht - und bei der Freifrau geht es immer um die gute Sache - dann liest die Ehefrau von Politik-Popstar Theodor zu Guttenberg auch mal den sexualisierten Lady Gagas dieser Welt via "Bild"-Zeitung die Leviten oder jagt zwischen "Frauentausch" und Puff-Reportage auf RTL2 nach Kinderschändern. Bei Günther Jauchs Promi-Ausgabe von "Wer wird Millionär?" ist die sonst so taffe Freifrau jedoch ganz schön kleinlaut.

Natürlich, das war ja auch gemein: Gleich nach NDR-Quasselstrippe Ina Müller nimmt die Ministergattin auf dem angewärmten Quizstuhl Platz. Müller hat zuvor nicht nur 125.000 Euro erspielt, sondern es auch geschafft, den Gastgeber das ein oder andere Mal an die Wand zu labern. "Meine Sendung ist irgendwie freundlicher", muss sie nach kurzer Zeit feststellen - und hatte wohl auch Recht. "Sind Sie eigentlich in Ihren Sendungen immer besoffen?", fragt Jauch die aufgedrehte Moderatorin des überragenden NDR-Saufgelages "Inas Nacht", die ihn zuvor als "unsexy" bezeichnet hatte. Unter 0,2 Promille fange sie gar nicht erst an, kontert die Blondine. Und bestellt sich zur 64.000-Euro-Frage erst einmal ein Bier. Freifrau zu Guttenberg, die ihre Lässigkeit gerne mal mit Teufelshörnchen auf einem AC/DC-Konzert demonstriert, kann da nicht mithalten. Immerhin sind die beiden Damen schon per Du. "Dieses 'zu Guttenberg' ist mir einfach zu kompliziert", so Müller, "mit der Steffi war ich ja auch schon eine Stunde lang in der Maske, Herr Jauch ..." Die neue Frauenfreundschaft macht sich bezahlt: Bei Unsicherheit der hyperaktiven Kandidatin reicht ein kurzes Nicken des Adels - "die Steffi würde das auch nehmen".

Steffi und die Schlümpfe

Doch als die Ministergattin selbst sich wenig später mit der Floskel "Für den guten Zweck versuche ich mein Bestes zu geben" vorstellt, da ahnt man schon, dass es jetzt vorbei ist mit der Heiterkeit. Mit Jauchs Fragen hat die 33-Jährige, die fünf Sprachen fließend spricht, so ihre Probleme. Woher, mit Verlaub, soll der Adel denn aber auch eine Besenwirtschaft kennen? Frau zu Guttenberg tippt darauf, dass ein Winzer seinen Wein in einer Feudelkneipe ausschenkt. Zum Glück haben die Guttenbergs, die zurzeit einen uneingeschränkten Siegeszug der Popularität hinlegen, auch in der RTL-Show ihre Protegés: Ina Müller, Comedian Bülent Ceylan und Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann helfen der Freifrau. Mehrfach. Erst bei der 4000-Euro-Frage kommt sie wieder ohne fremde Hilfe aus: 100 Männer und eine Frau? Das gibt's nur bei den Schlümpfen, weiß die Steffi.

"Mmmh", "nö", "okay", "A", "B", "C", "D" - viel mehr ist aus der schmallippigen Steffi nicht herauszubekommen. Kein Wunder, dass auch dem Moderatoren schnell die Lust vergeht. Traut er sich doch nicht, dem Adel krumm zu kommen. Teilte er bei Kandidatin Müller noch aus, gibt er sich im Smalltalk mit der Ururenkelin von Reichskanzler Otto von Bismarck eingeschüchtert: "Wer hat bei Ihnen eigentlich die Eheringe ausgesucht?", fragt er vorsichtig. Eher einsilbig als wortgewandt lässt die Präsidentin des Kinderschutzvereins "Innocence in Danger" die trockene Fragerunde über sich ergehen.

Die Guttenbergs schlagen sie alle

Später wird Jauch noch anbiedernder: "Sind Sie eine Frau, die etwas riskiert im Leben?". Da ist er mit seiner adeligen Kandidatin schon bei der 500.000-Euro-Frage angelangt: "Der Autor welches Kinderbuches war Leiter der städtischen Nervenheilanstalt in Frankfurt am Main?". Zur Auswahl standen "Der Struwwelpeter", "Urmel aus dem Eis" "Der Räuber Hotzenplotz" und "Pu der Bär". Guttenberg entscheidet sich für den "Struwwelpeter", gewinnt die 500.000 Euro und verliert zum ersten Mal an diesem Abend die Contenance. Ganz gemäßigt natürlich: "Ich bin so glücklich, jetzt brauche ich erstmal ein Bier."

Bei der Millionenfrage hilft das zaghafte Nippen am Humpen jedoch nicht: "In der Urfassung welchen Liedes wird neben Weihnachten auch Ostern und Pfingsten besungen?", will Jauch wissen. A: Alle Jahre wieder, B: Oh du fröhliche, C: Stille Nacht oder D: Leise rieselt der Schnee. B wäre es gewesen. Doch zu Guttenberg steigt aus. Ihr Trost: Mehr als sie hat an diesem Abend keiner gewonnen. Natürlich nicht. Sowohl Ina Müller als auch Bülent Ceylan und Jens Lehmann erspielen nur 125.000 Euro. Die Guttenbergs schlagen sie alle. Haben wir etwas anderes erwartet?