HOME

Reaktionen zum "Tatort": "Gibt es schon ein Reclam-Heft für diesen Krimi?"

Zwischen Tarantino und Shakespeare: Der "Tatort" aus Wiesbaden basierte auf Zitaten aus der Literatur- und Filmgeschichte. Die Twitter-Gemeinde ist sich uneins, wie das Werk zu bewerten ist.

Schauspieler Ulrich Tukur spielt in dem Tatort aus Wiesbaden den ermittelnden Kommissar Felix Murot

Schauspieler Ulrich Tukur spielt in dem Tatort aus Wiesbaden den ermittelnden Kommissar Felix Murot

Der "Tatort" aus Wiesbaden "Im Schmerz geboren" war einer der außergewöhnlichsten Folgen der ARD-Krimireihe. Insofern war klar, dass die Episode mit Ulrich Tukur und Ulrich Matthes in den Hauptrollen zahlreiche Reaktionen der Zuschauer provoziert hat.

Schließlich war es kein "Tatort", wie man ihn sonst aus den Produktionen der öffentlich-rechtlichen Sender kennt. "Im Schmerz geboren" war gespickt mit Szenen, Bildern und Liedern - Reminiszenzen an Meilensteinen der Kino- Literatur und Operngeschichte. So fanden sich Dramen von Shakespeare ebenso wieder wie Verbeugungen vor Filmen von Truffaut, Leone und Tarantino.

Wie fanden Sie den "Tatort" aus Wiesbaden?

Quotentechnisch fiel der ambitionierte Ausnahme-Film nicht großartig ab. 9,29 Millionen Zuschauer folgten der Leichenschau des Hessischen Rundfunks. Das entspricht einem Marktanteil von 26 Prozent - Zahlen, die durchweg im Rahmen der ARD-Reihe liegen.

Bemerkenswert: Ermittler Felix Murot (Ulrich Tukur) punktete insbesondere beim jungen Publikum. 5,30 Millionen 14- bis 59-Jährigeb bzw. 3,11 Mio. 14- bis 49-Jährige sicherten dem "Tatort" auch in diesen Zielgruppen den Sieg gegen starke Konkurrenz (u.a. die Free-TV-Premieren von "The Amazing Spider-Man" und "96 Hours – Taken 2".

Für die Kritiker vor dem heimischen Fernseher war es aber offenbar eine völlig fremde und ungewohnte Sonntagabend-Unterhaltung im Ersten. Während sich die einen über die Kunst aus Wiesbaden freuen, sind andere von dem realitätsfernen "Tatort" verstört.

Der immense Gebrauch an klassischen Zitaten aus Musik und Literatur wird bei Twitter nicht durchweg positiv aufgenommen, sondern auch mit hämmischen Kommentaren bewertet.

War das Hollywood "made in Germany"?

Nicht alle können etwas mit der künstlerischen Umsetzung des Tatorts etwas anfangen. Liegt es daran, dass das Sehverhalten des klassischen "Tatort"-Guckers nicht offen ist für neue Formen des Sonntagabend-Krimis?

Helle Begeisterung bei manchen "Tatort"-Guckern.

Stephanie Beisch