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"Tatort": Terroranschlag in Dortmund - dieser Krimi geht an die Nerven

In diesem Dortmund-"Tatort" bekommt es Kommissar Faber mit islamistischem Terror zu tun. Die ARD wiederholt diesen Film, der die richtigen Fragen stellt und dabei an die Schmerzgrenze geht.

Tatort aus Dortmund mit Jörg Hartmann

Zwei Polizisten wurden erschossen. Nicht weit entfernt vom Tatort entdeckt Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) ein Büro, in dem sich ein Selbstmordattentäter verschanzt hat.

Worum geht's in diesem "Tatort"?

Zwei Polizisten wurden auf nächtlicher Streife erschossen. In der Nähe des Tatorts hat sich der Bankangestellte Muhammad Hövermann (Felix Vörtler) mit einem Sprengstoffgürtel in einem Geldhaus verschanzt und überweist dort große Summen auf arabische Konten. Noch bevor das SEK anrückt, ist Kommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) in die Bank eingedrungen - und verhandelt mit dem mutmaßlichen Terroristen. Seine Kollegen versuchen derweil die Hintergründe der Tat zu recherchieren. Es wird eine nervenaufreibende Nacht für alle Beteiligten.

Warum lohnt sich der Krimi?

Sind das Gotteskrieger? Oder sollte man sie nicht viel eher Teufelskrieger nennen? Faber und der zum Islam konvertierte Hövermann führen intensive Gespräche über die Ursachen islamistischen Terrors. Der Muslim versucht zwar, Verständnis für diese Verbrechen zu wecken ("Sie liefern doch die Waffen. Ihre Bomben töten täglich Tausende. Und Sie wundern sich wirklich, dass die irgendwann zurückschlagen?"). Doch die "Tatort"-Folge zeigt klar und deutlich, dass auch religiös motivierte Anschläge nichts anderes sind als abscheuliche Verbrechen.

Was nervt?

Wer einen beschaulichen Krimi erwartet, wird enttäuscht: Dieser Fall ist extrem nervenaufreibend - und gewährt auch am Schluss keinen Spannungsabfall. Ein Film, der lange nachhallt und sicher keinen ruhigen Schlaf bescheren wird.

Die Kommissare?

Diesmal steht Faber noch mehr im Vordergrund als sonst. Die Konzentration auf einen Ermittler tut dem "Tatort" sichtlich gut - vier Kommissare mit jeweils eigenen privaten Geschichten lenken zu sehr von dem Fall ab. In diesem Punkt scheint Änderung in Sicht: Es deutet sich an, dass einer der Hauptfiguren das Dortmunder Team verlassen wird.

Ein- oder ausschalten?

Ein "Tatort", der sich mit dem beschäftigt, was in unserem Land und in der Welt passiert, verdient Zuschauer. Also schalten Sie ein. Und bleiben Sie dran: Am Schluss überrascht der "Tatort" mit mehreren unerwarteten Wendungen.

Die "Tatort"-Folge "Sturm" sollte ursprünglich am 1. Januar 2017 ausgestrahlt werden. Wegen des kurz zuvor verübten Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz wurde die Ausstrahlung auf den 17. April 2017 verschoben. Jetzt wiederholt die ARD den Film am 30. November um 22.00 Uhr.

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