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"Tatort" heute aus Luzern: Die Angst des Busfahrers vor dem Suizid - darum geht's im "Tatort" heute Abend

Krimi und Psychodrama in einem: Die "Tatort"-Kommissare ermitteln die Identität eines Mannes, der sich vor einen Bus gestürzt hat. Oder wurde er gestoßen? Der neue Fall aus Luzern bleibt bis zum Schluss spannend.

"Tatort" aus Luzern

Szene aus dem Luzern-"Tatort": Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser). kennt den Fernbusfahrer Beni Gisler (Michael Neuenschwander, l.) von früher. Der ist inzwischen kurz vorm Durchdrehen.

Bewertung

  • - 3 von 5 Punkten
  • - "Zwei Leben" ist der Titel dieses "Tatorts" - und er enthält zwei Filme in einem: ein Psychodrama und einen Krimi, bei dem der Mörder erst ganz am Schluss enttarnt wird.

Worum geht's in diesem " "?

Ein Mann springt von einer Autobahnbrücke und landet direkt vor dem Bus von Kommissar altem Freund Beni. Der hat bereits als Zugführer zwei Selbstmörder überfahren und diese Erfahrung nicht verarbeitet. Auf der Polizeiwache rastet er aus, er kommt in Behandlung bei der etwas seltsamen Therapeutin Dr. Sonja Roth (grandios: Stephanie Japp). Die Ermittler glauben, dass es sich bei dem Toten um den Bauunternehmer Jakob Conti (Markus Graf) handelt. Der soll jedoch bereits 2004 beim Tsunami in Thailand ums Leben gekommen sein - wie seine Frau und ihr Sohn behaupten. Die Luzerner Kommissare Flückiger und Ritschard ermitteln auf verschiedenen Ebenen. Sie beschäftigen sich mit der Baufirma des Toten, bringen Licht in seine Familienverhältnisse und versuchen, die Therapeutin des Busfahrers von ihrer Schweigepflicht zu entbinden.

Warum lohnt er sich?

Bei einem Suizid steht zumeist der oder die Tote im Mittelpunkt. Selten denkt man dagegen an die Zugführer, auf deren Schienen viele der Opfer zu Tode kommen. "Zwei Leben" gibt den Seelennöten eines solchen Menschen viel Raum. Wer mit seinem Bus, seiner Bahn einen Menschen überrollt hat, fühlt sich verantwortlich, obwohl ihn an dem Tod gar keine Schuld trifft.

Was nervt?

Wie so oft bei den Fällen des Luzerner Teams gibt es auch hier eine gewisse Behäbigkeit, die sich durch die gesamte Inszenierung trägt. Es gibt kaum Dialogwitz, oft hätte man etwas früher aus den Szenen gehen können. In der Schweiz ticken die Uhren eben anders - sich darauf für 90 Minuten einzulassen, fällt nicht immer leicht. 

Die Kommissare?

Zu den häufigsten Klischees von TV-Ermittlern zählt: Sie sind immer einsam bzw. unglücklich verliebt - und sie kabbeln sich permanent mit ihrem Kollegen. Das Schweizer Team zeigt, dass es auch anders geht: Während Reto Flückiger (Stefan Gubser) mit seiner Freundin bei einem Glas Wein am Lagerfeuer Einjähriges feiert, hat sich seine Kollegin  (Delia Mayer) in die Botin vom Asia-Service verliebt. Und auch dienstlich harmonieren die beiden Kommissare gut miteinander. Ein guter Fall kommt auch ohne künstliche Konflikte aus.

Ein- oder Ausschalten?

Schalten Sie ruhig ein. Dieser "Tatort" nimmt sich viel Zeit, um die Figur des Busfahrers zu ergründen, der indirekt an mehreren   beteiligt war und diese Erfahrungen nicht bewältigen kann. Daneben bleibt die Suche nach dem Täter bis zum Schluss spannend.

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo