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"Tatort" aus Luzern: Kampf gegen das Schweinesystem - Reto Flückigers letzter Fall

In seinem letzten Einsatz als "Tatort"-Kommissar bekommt es Reto Flückiger mit einem Attentäter zu tun, der es auf die Eliten der Luzerner Gesellschaft abgesehen hat - und dabei von einem "alternativen" Newsportal angeheizt wird.

"Tatort" aus Luzern

In seinem letzten "Tatort"-Fall gerät Kommissar Reto Flückiger (Stefan Gubser) in große Gefahr.

ARD Degeto
  • 2 von 5 Punkten
  • Düster, schwer und komplex: Das Luzerner "Tatort"-Team hätte zum Finale ein besseres Drehbuch verdient gehabt

Worum geht's?

Etwas widerwillig hat sich Reto Flückiger von seiner Freundin zu einem gediegenen Festdinner auf dem Vierwaldstättersee mitschleppen lassen, bei dem die Spitzen der Luzerner Gesellschaft zugegen ist. Kurz darauf muss der Kommissar allerdings beruflich tätig werden: Auf das Schiff wurde ein Brandanschlag verübt - und ein Passagier ist verschwunden. Offenbar nimmt ein Attentäter die Oberschicht ins Visier. Während die Polizei ermittelt, heizt das "alternative" Newsportal "Veritas News" die Stimmung weiter an und streut Gerüchte über eine angebliche Verschwörung der Luzerner Eliten, die offenbar illegale Rüstungsgeschäfte tätigt. Um den Fall aufzuklären, müssen die Ermittler auch Gesetze übertreten.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Nach acht Jahren und 17 Einsätzen ist Schluss für Reto Flückiger (Stefan Gubser) und seine Kollegin Liz Ritschard (Delia Mayer), die ab dem zweiten Fall dabei war. Das deutsche Publikum hatte mit den Schweizer "Tatort"-Team stets ein wenig gefremdelt - was auch an der nachträglichen Synchronisation der ursprünglich auf Schweizer Dialekt gedrehten Filme lag. Dabei wurde übersehen, dass aus Luzern einige hervorragende Fälle kamen. Etwa die in einem Take gedrehte Folge "Die Musik stirbt zuletzt" vom August 2018. Zum Schluss zeigen die Ermittler noch einmal vollen Einsatz und nehmen auch persönliche Konsequenzen in Kauf. 

Was stört?

Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. So auch hier. "Der Elefant im Raum" ist leider heillos überfrachtet. Der Einfluss von Eliten auf die Gesellschaft allein hätte schon einen "Tatort" gesprengt. Doch dazu kommt noch die Problematik alternativer Newsportale auf den öffentlichen Diskurs. Die Wucht dieser Themen erdrückt den 90-minütigen Krimi.

Der Kommissar?

In seinem letzten Einsatz geht Reto Flückiger noch einmal aufs Ganze und riskiert beruflich wie persönlich einiges. Liz Ritschard steht ihm dabei trotz einer Grippe nach Leibeskräften zur Seite. Und auch die Kollegin Corinna Haas (Fabienne Hadorn) setzt für die Aufklärung des Falles ihren Job aufs Spiel.

Ein- oder Ausschalten?

Eigentlich ein Fall, den man sich schenken könnte. Weil es aber die letzte Gelegenheit ist, die verdienten Kommissare Flückiger und Ritschard bei ihrer Arbeit zu sehen, sollten Sie dennoch einschalten.