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"Tatort"-Wiederholung aus Dresden Mord im Sterne-Restaurant: Das Elend hinter all dem Glanz

"Tatort" aus Dresden
 Barkeeperin Lissy findet den ermordeten Gastronom Joachim Benda in dessen Büro
© MDR/W&B Television/Daniela Incoronato
Die Dresdner Kommissarinnen Gorniak und Winkler müssen den Mord an einem Spitzenkoch aufklären. Der Fall mit dem Titel "Nemesis" bietet überraschende Wendungen und hat eine große emotionale Fallhöhe.
  • 3 von 5 Punkten
  • Mord im Mafia-Milieu oder Familientragödie? Diese Frage beantwortet der "Tatort" erst ganz zum Schluss

Worum geht's?

Der Gastronom Joachim Benda liegt erschossen auf dem Schreibtisch in seinem Büro. Sein Restaurant "Palais Benda" gehörte zu den besten Adressen der Stadt. Alles, was in Dresden Rang und Namen hat, traf sich dort zum Essen. Offenbar pflegte Benda aber auch Beziehungen mit zwielichtigen Geschäftspartnern, weshalb die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) von Schutzgelderpressung und einem Mord im Mafia-Milieu ausgehen. Doch dann gerät Bendas Ehefrau Katharina (Britta Hammelstein) in den Fokus der Ermittlungen. Das Ehepaar hatte Probleme, und Joachim Benda hat versucht, seine Frau in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Für die Tatnacht hat sie allerdings ein lückenloses Alibi.

Warum lohnt sich dieser "Tatort"?

Wie so oft ist es nicht der eigentliche Mordfall, sondern das Drama dahinter, was einen guten "Tatort" ausmacht. Stephan Wagner und Mark Monheim, die Drehbuch und Regie verantworten, ist ein bewegendes Familienporträt gelungen, das die Witwe Katharina Benda und ihre Söhne Valentin und Viktor in den Mittelpunkt rückt. Sowohl die Beziehung der Brüder zueinander als auch das Verhältnis der Mutter zu ihren Kindern ist zutiefst gestört. Das perfide Muster, das dahinter steckt, offenbart sich im Zuge des Films und führt zu einem dramatischen Schluss.

Was stört?

"Der Mörder ist immer der Gärtner" heißt es scherzhaft in einem Lied von Reinhard Mey. Beim "Tatort" scheint zu gelten: Irgendein Ermittler hat immer eine private Beziehung zum Opfer. Zu oft verlieren die Kommissare in dieser Reihe die Distanz, sind persönlich involviert oder gar selbst das Ziel. In der Dresdner "Tatort"-Folge "Nemesis" sind es Kommissariatsleiter Schnabel und der Vater von Kommissarin Winkler, die mehr wissen, als sie zunächst zugeben. Für den eigentlichen Fall ist dieser Strang der Geschichte aber unnötig.

Die Kommissarinnen?

Es ist der zweite Fall für Cornelia Gröschel als Kommissarin Leonie Winkler, die den Platz der 2018 ausgestiegenen Alwara Höfels (Kommissarin Henni Sieland) eingenommen hat. Nach anfänglichen Differenzen wachsen Winkler und ihre Kollegin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) immer mehr zum Team zusammen und bilden eine Einheit gegen ihren Chef Peter Michael Schnabel (Martin Brambach), der die Kommissarinnen immer wieder wie Schülerinnen in sein Büro zitiert und dort oberlehrerhaft für ihre unkonventionellen Ermittlungsmethoden maßregelt.

Ein- oder ausschalten?

Der Dresdner Fall "Nemesis" ist ein starker Film, den Sie nicht verpassen sollten.

Der "Tatort: Nemesis" wurde erstmals am 18. August 2019 ausgestrahlt. Die ARD wiederholt den Fall am 28. Januar 2022 um 22.15 Uhr.


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