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Kölner "Tatort"-Folge "Franziska": "Tatort"-Ermittler - im Dienst verstorben

Der Tod von Franziska Lüttgenjohann hat am Sonntag viele "Tatort"-Zuschauer geschockt. Doch die Assistentin von Ballauf und Schenk war nicht die erste, die durch Tod aus einer Krimi-Reihe ausschied.

Von Carsten Heidböhmer

Es war der traurige Höhepunkt einer grandiosen Abschiedsvorstellung. Am Ende von 90 hochdramatischen "Tatort"-Minuten musste Franziska Lüttgenjohann (Tessa Mittelstaedt) sterben. Die langjährige Assistentin der Ermittler Ballauf und Schenk, die nebenbei als Bewährungshelferin arbeitet, geriet in die Hände des von ihr betreuten Häftlings Daniel Kehl (Hinnerk Schönemann). In dem intensiven Kammerspiel hielt sie dem psychischen Druck lange Stand, und der Zuschauer durfte Hoffnung schöpfen, dass sie das Gefängnis lebend verlassen könnte. Umso schockierender dann ihr Tod. Viele Zuschauer litten mit und brachten ihre Trauer anschließend bei Twitter zum Ausdruck. Offenbar hat der tragische Ausgang der Geschichte viele überrascht.

Dabei ist Franziska nicht die erste Ermittlerin, die den "Tatort"-Tod gestorben ist. Vor gerade mal einem Jahr verstarb Gisbert Engelhardt (Fabian Hinrichs) im Dienst in seinem ersten Fall als überengagierter Assistent der Münchner Ermittler Batic und Leitmayr. Wegen seiner sympathisch-verkrampften Art und der peinlichen Sprüche ("Hopfenkaltschale" für Bier) erlangte er bei den Fans Kultstatus. Im Internet fordern sie seine Rückkehr - vergeblich. Von den Toten ist im "Tatort" noch niemand auferstanden.

Keine zwei Jahre ist es her, dass der verdeckte Ermittler Cenk Batu (Mehmet Kurtulus) von einem Sondereinsatzkommando niedergestreckt wurde. Damit endete sein kurzes, aber sehr reizvolles Gastspiel in der Krimireihe. Die Kritiker bejubelten seine Folgen regelmäßig, die Quoten blieben jedoch unter den Erwartungen. Schließlich entschloss sich Kurtulus zum Ausstieg - und wählte den harten Weg. Sein Nachfolger Til Schweiger kommt beim Publikum weitaus besser an.

Tod im Rettungshubschrauber

Etwas länger zurück liegen die Zeiten des glücklosen Berliner Ermittlerduos Roiter (Winfried Glatzeder) und Zorowski (Robinson Reichel). Insgesamt zwölf Mal gingen die beiden zwischen 1996 und 1998 auf Sendung. In ihrem letzten Fall "Berliner Weiße" mussten sie während der Loveparade einen Dealer stellen, der tödliche Pillen in Umlauf bringt. Im Rahmen der dramatischen Ermittlungen wurde Zorowski von dem Dealer angefahren - und starb noch im Rettungshubschrauber. Da die Folgen dieses Teams in der Fangemeinde denkbar unbeliebt waren - vier der Folgen rangieren beim Internetforum "Tatort-Fundus" unter den letzten zehn von mehr als 900 bewerteten Folgen -, hielt sich die Trauer in Grenzen.

Als Detektiv Peter Strohm feierte Klaus Löwitsch zwischen 1989 und 1996 große Erfolge und durfte insgesamt 63 Mal ermitteln. Das "Tatort"-Gastspiel des 2002 verstorbenen Schauspielers war dagegen denkbar kurz: Gleich in seiner ersten Sendung starb der von ihm gespielte Polizeihauptmeister Werner Rolfs, der als Streifenpolizist im Frankfurter Bahnhofsviertel unterwegs war. Der Tod kam allerdings wenig überraschend: Gleich in der ersten Szene wurde Rolfs mit dem Rumpf voraus in die Leichenhalle abtransportiert. Die Zuschauer wussten also von Anfang an, was auf sie zukommt - ganz anders als im Fall der langjährig bekannten Franziska Lüttgenjohann. Ihr Abschied ist vielen "Tatort"-Fans schwer gefallen.