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Neuer "Tatort"-Kommissar: Herbert Knaup soll sonntags ermitteln

Bislang waren die Münchner Kommissare Leitmayr und Batic die einzigen "Tatort"-Ermittler aus Bayern. Doch sie könnten Konkurrenz bekommen: Der BR plant, die Allgäu-Krimis um den kauzigen Kommissar Kluftinger in die Sonntagsreihe aufzunehmen - mit Herbert Knaup in der Hauptrolle.

Am vergangenen Sonntagabend sahen ihn 2,49 Millionen Menschen als eiskalten Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann. Doch schon bald könnte er vor einem weitaus größeren Publikum spielen - und eine weitaus erfreulichere Rolle dazu: Herbert Knaup steht kurz davor, neuer "Tatort"-Kommissar zu werden. Offenbar plant der Bayerische Rundfunk, den bereits im dritten Programm eingeführten Allgäu-Krimi um den kauzigen Kommissar Kluftinger ab 2012 in die "Tatort"-Reihe aufzunehmen. 2009 hatte der BR den Film "Erntedank" als erste Verfilmung eines Kluftinger-Romans gesendet. Schon damals spielte Knaup, selbst gebürtiger Allgäuer, die Hauptrolle - und wurde dafür prompt mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Aufgrund des großen Erfolges kam man auf die Idee, diese Reihe in den "Tatort" einzugemeinden, wie die zuständige BR-Redakteurin Stephanie Heckner sagte. Zwar sei die Finanzierung noch nicht gesichert, derzeit würden aber die Drehbücher zu den Kluftinger-Fällen "Milchgeld" und "Seegrund" entwickelt. Die geplanten Filme basieren auf der fünf Bände umfassende Kluftinger-Reihe. Verantwortlich dafür ist ein Autoren-Duo, bestehend aus den Allgäuern Michael Kobr und Volker Klüpfel.

Ein Klüftinger-Fall pro Jahr

Bislang waren die von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl gespielten Münchner Ermittler Ivo Batic und Franz Leitmayr die einzigen "Tatort"-Kommissare, die der BR auf Sendung geschickt hat. Sie gehen seit dem 1. Januar 1991 auf Verbrecherjagd und gehören damit zu den dienstältesten "Tatort"-Kommissaren. Sie bekämen nun Konkurrenz im eigenen Hause. Allerdings müssten sie deswegen nicht kürzer treten. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, wird in der ARD-Programmdirektion moniert, dass der Bayerische Rundfunk zu wenig für das Gemeinschaftsprogramm zuliefere. Die für einen Einsatz pro Jahr geplanten Klüftinger-Fälle kämen also zusätzlich zu den Münchner Kommissaren.

Carsten Heidböhmer
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