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"Tatort" heute aus Kiel: Und tschüss: Den letzten Krimi vor der Sommerpause können Sie getrost verpassen

Brutal, ohne Spannung, nervig: Mit einem "Tatort" aus Kiel geht die Krimireihe heute in die Sommerpause. Der Abschied fällt leicht.

Tatort Kiel

Die Kommissare Klaus Borowski (Axel Milberg) und Sarah Brandt (Sibel Kekilli) ermitteln im letzten "Tatort" vor der Sommerpause

Bewertung:

  • 1 von 5 Punkten
  • Der letzte "Tatort" vor der Sommerpause enttäuscht auf ganzer Linie.

Worum geht's in diesem Kiel-"Tatort"?

Borowski (Axel Milberg) und Brandt (Sibel Kekilli) sind einem Serienmörder auf der Spur: In einer leerstehenden Wohnung wird eine Frau brutal erschlagen aufgefunden, kurz später ist ein Drogendealer tot. Der Täter ist der Familienvater Roman Eggers (Mišel Maticevic), der Schulden hat und länger untergetaucht war. Die Kommissare sind ihm dicht auf der Spur - Borowski mit viel Verständnis, Brandt mit der Sorge, dass Eggers Schlimmeres im Schilde führen könnte. Denn er hatte Zugang zu Sprengstoff und gerade hat Kiels größtes Volksfest, die Kieler Woche begonnen.

Warum lohnt sich der Krimi?

"Borowski und das Fest des Nordens" ist nach einer Vorlage des schwedischen Autoren Henning Mankell entstanden. Wer die düsteren, oft brutalen Schwedenkrimis mag, der findet zumindest diese Stimmung auch hier wieder. Es fließt viel Blut, die ganze Stadt wirkt elend und aggressiv. Und wer vom üblichen "Wo waren Sie gestern?"-"Tatort" genervt ist, der bekommt immerhin eine Alternative angeboten - auch ästhetisch durch den starken Einsatz einer Handkamera und abrupte Schnitte.

Was nervt?

Leider viel zu viel. Bis auf Borowski versteht nämlich niemand, was den Täter umtreibt. Das zwanghafte Spiegeln der beiden extrem unangenehmen Charaktere führt nicht zu Spannung, sondern vielmehr zum Augenrollen. Dass den beiden Ekelpaketen sich trotzdem reihenweise Frauen an den Hals werfen, bleibt umso rätselhafter. Auch fast alle anderen Figuren agieren ohne erkennbare Logik, bleiben dem Zuschauer fremd. Da hilft es auch nicht, dass die ARD mit der Ausstrahlung des 2015 gedrehten Krimis extra bis zur Kieler Woche gewartet hat: Die Sequenzen auf dem Volksfest wirken deplatziert und belanglos.

Die Kommissare?

Immer wieder stellt sich die Frage: Spielen die absichtlich so schlecht, dass es schon wieder gut ist oder können die nicht anders? Das Timing passt nicht, die Dialoge wirken hölzern. Es mag Geschmacksache sein, schließlich sind beide Kommissare nicht als Sympathieträger angelehnt. Doch das führt dazu, dass der Zuschauer in diesem Krimi so gar nicht abgeholt wird. Milberg gibt als Borowski Pseudo-Tiefgründiges wie "Am Ende sind wir alle gleich" oder "Wer interessiert sich für die namenlosen Toten?" von sich und spielt den Täter-Versteher mit großer Macho-Attitüde. Brandt hält wütend dagegen, trotzdem wirken die Streits zwischen den beiden oft unnötig aggressiv und insgesamt einfach wahnsinnig unprofessionell. Für Kekilli war es übrigens der letzte "Tatort"-Einsatz, Milberg bleibt. Dabei täte komplett frischer Wind den Kielern gut.

Ein- oder Ausschalten?

Die Wettervorhersage verspricht am Sonntag viel Sonne - am besten, Sie bleiben draußen und grillen. Oder aber Sie gucken Kamerun gegen Chile beim Confed-Cup: Wird wahrscheinlich spannender als dieser "Tatort".

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