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Tonprobleme bei der WM-Eröffnung Ich glaub, ich hör nicht richtig


Das ZDF hat zur Eröffnung der Fußball-WM einen Fehlstart hingelegt: Zahlreiche Tonpannen bei der Übertragung sorgten für Spott unter den Zuschauern. Inzwischen hat der Sender eine Erklärung geliefert.
Von Carsten Heidböhmer

So mancher Zuschauer mag am Donnerstagabend auf einer Zeitreise gewähnt haben. Ziel: das WM-Finale von 1954. Zumindest erinnerte das, was das ZDF tontechnisch ablieferte, mehr an die graue Nachkriegszeit als an das dritte nachchristliche Jahrtausend. Doch die Bilder ließen keinen Zweifel zu: Was da im Kriegsreporter-Sound in die Wohnzimmer kam, war tatsächlich die Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2014. Der deutsche Sender hatte mit massiven Tonproblemen zu kämpfen.

Dass Béla Réthys Kommentar nicht immer glasklar zu vernehmen war, konnten die meisten Zuschauer sicher verschmerzen. Aber auch ein Großteil der Stadion-Atmosphäre ging auf dem weiten Weg über den Atlantik verloren, was angesichts des Heimspiels der Brasilianer definitiv ein Verlust war.

Zahlreiche Zuschauer beschwerten sich per Twitter, der Sender war über seinen Twitter-Kanal "ZDF-Sport" um Schadensbegrenzung bemüht. Als das ZDF um 20.07 Uhr verkündete, die Tonprobleme seien behoben, regte sich erst recht Protest. Oftmals auf humorvolle Weise:

Als der Ton auch im weiteren Verlauf des Abends nicht besser, wurden, reagierten viele Twitter-User mit Humor. Der stern-Kollege Timo Brücken gab den folgenden Tipp:

Und immer wieder nahmen die User Bezug auf das WM-Finale von 1954, als Radioreporter Heribert Zimmermann seinen unvergesslichen Satz sagte: "Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen..."

Spätestens ab der 69. Spielminute war es mit derartigen Tweets vorbei. Die Twitter-Gemeinde hatte ein neues Thema gefunden: den unberechtigten Strafstoß, den Schiedsrichter Yuichi Nishimura pfiff. Lieferten die Tonprobleme noch eine Steilvorlage für Spott aller Art, so war den meisten Usern der Spaß gründlich vergangen.

Inzwischen hat das ZDF eine Erklärung für die Tonprobleme in Brasilien geliefert. Die Schuld liege aber nicht in Mainz, sondern im Gastgeberland der WM. "Bei der Übertragung der Eröffnungsfeier hatte der Host Broadcaster in Brasilien mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Dies hat zu Tonproblemen geführt, die sich nicht nur auf die ZDF-Übertragung, sondern auch auf andere internationale Sender ausgewirkt haben", teilte der Sender mit. Immerhin: Daran trägt der japanische Schiedsrichter offenbar keine Schuld.


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