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TV-Dokumentation "Das Medium": Quoten mit Toten? RTL interviewt Uwe Barschel

RTL testet wieder einmal die Geschmacksnerven seiner Zuschauer: Ende Oktober strahlt der Privatsender eine Sendung aus, in der ein "Medium" Kontakt mit Toten aufnimmt. Besonders pikant: Auch der 1987 verstorbene Uwe Barschel soll dort befragt werden. Kritik ließ nicht lange auf sich warten.

Von Carsten Heidböhmer

Der Privatsender RTL mutet den Zuschauern in letzter Zeit so Einiges zu. Dass Prominente im australischen Dschungel Maden verdrücken und unerfahrene Castingteilnehmer mit Pippi-Fleck vorgeführt werden - daran haben wir uns schon gewöhnt. Dass Babys für ein Erziehungsexperiment vor die Kamera gezerrt werden fanden viele dann schon weniger amüsant. Doch mit einer neuen Sendung schießt der Kölner Sender nun den Vogel ab. In der am 31. Oktober ausgestrahlten Dokumentation "Das Medium" soll die "Hellseherin" Kim-Anne Jannes Kontakt mit Toten aufnehmen. So weit, so gaga.

Richtig absurd wird die Sendung aber durch die folgende Personalie: Zu den befragten Toten zählt auch Uwe Barschel. Als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein war er 1987 in einen der größten Skandale der Bundesrepublik verwickelt. Im Wahlkampf hatte er seinen Widersacher bespitzeln lassen, dies jedoch auf einer Pressekonferenz mit seinem "Ehrenwort" abgestritten. Kurz darauf wurde der CDU-Politiker tot in einer Badewanne eines Genfer Hotels gefunden. Die Todesumstände sind bis heute nicht vollständig geklärt. Das Medium möchte nun mit dem Verstorbenen in Kontakt treten - und das in Anwesenheit der 63-jährigen Witwe Freya Barschel.

Baschel-Witwe ist begeistert

Die zeigte sich im Gespräch mit den "Lübecker Nachrichten" begeistert von den hellseherischen Fähigkeiten Jannes'. "Sie ist hervorragend. Mein verstorbener Mann ist bereit gewesen, mit uns zu sprechen", sagte Barschel in der Tageszeitung. Konkrete Inhalte dürfe sie jedoch vorab nicht verraten, dazu sei sie von RTL verpflichtet worden.

Handelt es sich hier nur um eine weitere Sendung zweifelhaften Niveaus im deutschen Fernsehen - oder wird hier eine Geschmacksgrenze überschritten? Der Medienexperte Jo Groebel findet "Das Medium" aus mehreren Gründen "höchst grenzwertig". Aus rein wissenschaftlicher Sicht gebe es keinen Beleg für solche Telepathien. Es sei demnach Humbug, den Eindruck zu erwecken, hier könne jemand Kontakt mit Toten aufnehmen.

Zynisches Spiel mit den Hoffnungen der Hinterbliebenen

Sollte RTL die Sendung aber als reine Unterhaltungsshow betrachten, wäre es noch schlimmer, findet Groebel. Dann würde der Sender ein zynisches Spiel mit den Hoffnungen der Hinterbliebenen spielen, die sich ernsthaft versprechen, mit ihnen nahe stehenden Verstorbenen zu sprechen. Da könne man dann auch nicht mehr - wie bei Astro-Shows - sagen, wer dran glauben will, mag dran glauben. Vielmehr handele es sich um "eine die Grenze der Pietät überschreitende Angelegenheit", sagte Groebel zu stern.de

Was kann man gegen solche Geschmacklosigkeiten tun? Medienpsychologe Groebel lehnt die Einflussnahme von Politikern oder Behörden ab. Stattdessen müsse eine solche Sendung öffentlich diskutiert werden. Nur so lässt sich klären, wo die Grenzen von Anstand und Geschmack liegen.

Kritik am Ausstrahlungsdatum

Für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist diese Grenze hier eindeutig überschritten. Für Christen gelte, dass sie auch über die Grenze des Lebens hinaus auf die Gnade Gottes vertrauen, der Lebende und Verstorbene miteinander verbindet, sagte der EKD-Medienbeauftragter Markus Bräuer der "Leipziger Volkszeitung". "Eine Kontaktaufnahme einer Hellseherin mit einem Verstorbenen ist damit nicht zu verbinden", so Bräuer. Die Würde des Menschen gelte auch über das irdische Leben hinaus.

Besonders stört den Kirchenmann, dass die Sendung ausgerechnet am Reformationstag ausgetrahlt wird: "Der Reformationstag steht für die Verbindung von Glaube und Vernunft. Eine Hellseherin, die Kontakt mit den Toten zu haben behauptet, erscheint mir im 21. Jahrhundert überholt", sagte Bräuer der Tageszeitung.

In einer angefragten Stellungnahme äußerte sich RTL folgendermaßen: "Wir halten an dem Sendedatum fest, das rein programmplanerische Gründe und nichts mit dem Reformationstag zu tun hat. Das Medium, Kim Anne Jannes, hilft Menschen bei der Trauerbewältigung. Welchen Weg Trauernde dabei gehen, sollte ihnen überlassen sein. Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit - auf die Wahrheit hat niemand einen Alleinstellungsanspruch."

"Von der Pressefreiheit ausdrücklich gedeckt"

Auch bei der Politik stößt die Sendung auf wenig Gegenliebe. Der CDU-Politiker Marco Wanderwitz, Obmann im Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, sagte auf Anfrage von stern.de: "Ich vertraue darauf, dass derartige Formate zunehmend an Bedeutung verlieren, weil die den Zuschauern schlicht zu geistlos sind." Er sieht allerdings keine Gründe, die ein "Eingreifen" der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nötig oder möglich machten. Das Format sei "von der Pressefreiheit natürlich ausdrücklich gedeckt", so Wanderwitz.

Man mag es widerlich finden, wie die Trauer einer Witwe so schamlos für eine Unterhaltungssendung ausgeschlachtet wird. Rechtlich zu beanstanden ist es nicht. Wer also will, wird am 31. Oktober ab 19.05 Uhr Zeuge des ersten Barschel-Interviews seit 23 Jahren werden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(